Bestatterkrieg ist Fall für das Gericht
(04.03.10)
Rufschädigung, unlauterer Wettbewerb, der Zutritt auf die Friedhöfe wurde ihm verwehrt. Das wirft der ehemalige Bestatter Mohammed Merah der Linz AG vor. Die Klage sei in Vorbereitung, er selbst steht vor dem finanziellen Ruin.
„Ich habe mich 2005 mit meinem Bestattungsunternehmen selbstständig gemacht“, so der 47-jährige Mohammed Merah. „Doch von Beginn an hat mich die Linz AG unter Druck gesetzt. Sie hat unfaire Praktiken eingesetzt. Beispielsweise wurde mir der Zugang zu den Friedhöfen verwehrt. Ein Mal haben Mitarbeiter sogar eine Leiche nicht in den Kühlraum gebracht. Dieses Verhalten ist höchst rufschädigend“, klagt Merah an. Er musste vor etwa einem Jahr Zwangsausgleich anmelden. Nun bereitet er eine Klage gegen die Linz AG vor. „Es hat zu viele Vorfälle gegeben. So haben auch Mitarbeiter der Linz AG Hinterbliebenen nahegelegt, sich an ein anderes Bestattungsunternehmen zu wenden. Ich habe nichts zu verlieren und werde daher klagen.“
Bei der Linz AG sieht der Leiter der Bestattung, Christian Gratzl, die Sache anders. „Wir haben uns Herrn Merah gegenüber so verhalten, wie wir das bei jedem Mitbewerber tun. Was hätten wir denn groß zu befürchten.“ Es sei jedoch wettbewerbsrechtlich bedenklich, dass Merah sein Unternehmen „Bestattung Linz“ genannt habe. „Das lässt falsche Rückschlüsse zu.“ Vielmehr habe auch Merah immer schlecht über die Linz AG geredet. „Da hat er die Standesregeln verletzt und nicht wir.“ Die ersten Vorfälle und Konflikte habe es aber vor Gratzls Zeit gegeben. „Ich weiß, dass Merah und mein Vorgänger Karl Berger nicht das beste Einvernehmen hatten. Ich leite seit neun Monaten den Bereich. Seitdem hat sich Herr Merah nie bei mir gemeldet.“ Einer Klage steht Gratzl gelassen gegenüber. „Da warten wir einmal ab.“
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