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Multiple Sklerose – Medizin macht ständig Fortschritte
(04.03.10) LINZ (ah). Letzte Woche fand im Design Center die achte Jahrestagung der Österreichischen Gesellschaft für Neurologie (ÖGN) statt. Die Bezirksrundschau traf aus diesem Anlass Gerhard Ransmayr, den Vorstand der Abteilung Neurologie und Psychiatrie des AKh Linz zu einem Interview.

BRS: Kann Vorbeugung das Risiko an Multipler Sklerose zu erkranken verhindern?
GERHARD RANSMAYR:
„Nein, eigentlich nicht. Genetische Anlagen sind hauptsächlich die Ursachen dafür, dass Menschen daran erkranken.“

BRS: Gibt es spezielle Risikogruppen?
GERHARD RANSMAYR:
„Frauen sind von Multipler Sklerose öfters betroffen. Weiters kommt es besonders in der ersten Lebenshälfte zu Neuerkrankungen.“

BRS: Ist das Risiko an Multipler Sklerose zu erkranken in einer Großstadt größer?
GERHARD RANSMAYR:
„Nein, es gibt kein Land-Stadt-Gefälle. Feststellbar ist nur, dass Menschen in nördlichen Breiten öfter daran erkranken. Dies hat wohl auch genetische Ursachen.“

BRS: Wie erkennt man die Erkrankung?
GERHARD RANSMAYR:
„Unerklärliche Schwindelanfälle, Sehstörungen oder Harninkontinenz können erste Anzeichen für eine Erkrankung sein.“

BRS: Eine frühe Diagnose ist also möglich?
GERHARD RANSMAYR:
„Durch die gute und enge Zusammenarbeit mit Kollegen aus anderen Fachbereichen – etwa mit Augenärzten – ist es möglich, Multiple Sklerose früh zu erkennen. Dies hat den Vorteil, dass man bei Früherkennung bald mit der notwendigen Therapie beginnen kann.“

BRS: Wie sieht eine Therapie bei Multipler Sklerose aus?
GERHARD RANSMAYR:
„Den Patienten werden nach Bedarf Medikamente in gewissen Abständen verabreicht. Beide Parameter werden ja nach Krankheitsverlauf angepasst.“

BRS: Wie sieht es mit der Versorgung von Multipler Sklerose Patienten in Oberösterreich aus?
GERHARD RANSMAYR:
„Wie in ganz Österreich ist diese auch in Oberösterreich sehr gut. Zahlreiche Experten und spezielle Abteilungen in den Spitälern bieten den Patienten eine bestmögliche Versorgung.“

BRS: Welche Ziele verfolgte die in Linz abgehaltene Jahrestagung der Österreichischen Gesellschaft für Neurologie?
GERHARD RANSMAYR:
„Im Vordergrund stand der Erfahrungsaustausch zwischen den Experten. Dabei wurden neue Therapiemöglichkeiten erörtert, die in Zukunft das Leben der Betroffenen erleichtern sollen.“

BRS: Ihr Ratschlag an alle, die mit der Diagnose Multiple Sklerose leben müssen?
GERHARD RANSMAYR:
„Wie schon erwähnt, ist die Versorgung für die Patienten in Oberösterreich auf einem sehr hohen Niveau. Dies bedeutet, dass die Medizin in den letzten Jahren in diesem Bereich viele Fortschritte gemacht hat. Krankheitsverläufe müssen heute nicht mehr diese Schwere aufweisen, wie es noch vor einigen Jahren üblich war.“

Interview: Andreas Hamedinger

Gerhard Ransmayr
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