Wenn Heimat Sprachenvielfalt bedeutet
(18.04.10)
Dorothea „Dorica“ Kocsis präsentierte in der KUGA ihr zweites Buch „Auf nach Sprachpannonien“
„Sprachenlernen ist ein kreativer Prozess. Man darf sich nicht von der Dauer entmutigen lassen, sondern soll die ersten Augenblicke genießen, in denen man sich mit ein paar Sätzen ausdrücken kann.“ Die gebürtige Oberösterreicherin Mag. Dorothea „Dorica“ Kocsis ist seit 14 Jahren in Unterpullendorf zu Hause. In den letzten Jahren setzte sich die Musikpädagogin und Historikerin in Form von Jahresprojekten mit sich und ihrer Mitwelt auseinander. Das nun im Eigenverlag erschienene Buch „Auf nach Sprachpannonien. Ljetodan samo po Hrvatsku“ ist die Reflexion über ein Jahr bewusste Kommunikation in der Sprache Burgenländisch Kroatisch und eine „Anleitung“ zum Sprachenlernen im Erwachsenenalter. „Es ist ein Riesenvorteil zweisprachig zu sein. Dieses Bewusstsein möchte ich an viele weitergeben!“ gab zur Begrüßung auch LAbg Joško Vlasich sein Statement ab. Laut der UNESCO gehört das Burgenländisch Kroatische zu den akut gefährdeten Sprachen. „Mit der Unterstützung dieses Buches möchten wir ein Beispiel zeigen, wie Sprachenlernen funktionieren kann. Auch als vielbeschäftigter Erwachsener,“ so Vlasich.
Und „Dorica“ Kocsis zeigt und erzählt überzeugend, wie sie die Sprache in ihr Leben integriert hat. „Es ist wichtig, einmal richtig dran zu bleiben beim Lernen und vor allem die Hemmungen abzubauen und aktiv zu reden. Auch wenn es nicht perfekt ist!“ In der Sprache zu singen ist ebenfalls ein Teil ihres Zugangs, was sie eindrucksvoll mit dem Unterpullendorfer Ensemble Puljanke zeigte. Lieder in allen Sprachen des Burgenlandes waren dabei auf dem Programm, denn die Autorin hat sich nicht nur auf die Auseinandersetzung mit dem Burgenländisch Kroatischen beschränkt. Auch in Ungarisch und Roman hat sie hineingeschnuppert und auch dem jiddischen, das bis 1938 im Burgenland gesprochen wurde, seinen Platz eingeräumt.
Aber warum gerade die kleine Sprache Burgenländisch Kroatisch und nicht eine, mit der man in der Welt herumkommen kann? „Heimat gibt es auch im sprachlichen Sinn; der emotionale Aspekt ist immer wichtig beim Lernen. Und das Burgenländisch Kroatische ist der Weg zu allen slawischen Sprachen. Eine wichtige Qualifikation heutzutage.“, Die engagierte „Zuagraste“ rechnet zusammen, dass sie durch diese Sprache mit mehreren Millionen Menschen weltweit kommunikationsfähig wird.
Ein letzter Rat aus dem Buch sei zitiert, das man bei der Autorin oder bei der Grünen Bildungswerkstatt für € 12,- bekommen kann: „Lernen funktioniert in Mikroschritten. Jeden Tag ein Wort, jede Woche eine Phrase!“ Probieren wir es aus!
| 13 |
|
|