30.05.2016, 11:22 Uhr

Alsergrunder Biotech Unternehmen erforscht neue Krebs-Immuntherapie

Activartis-Gründer Thomas Felzmann mit Projektleiterin Caterina Barresi in den Labors der St. Anna Kinderkrebsforschung.

"Activartis" entwickelt eine neue Immuntherapie gegen den Krebs.

ALSERGRUND.Der Forschungserfolg der Wissenschafter der Activartis Biotech GmbH (mit Sitz am Zimmermannplatz) ist ein weltweit revolutionärer Ansatz zur Therapie von Krebs. Eigentümer sind der Unternehmensgründer und CSO Thomas Felzmann und eine Gruppe privater Investoren. Activartis wurde 2003 aus der St. Anna Kinderkrebsforschung ausgegründet. Die Labors und Reinräume von Activartis sind aber auch heute noch in den Forschungseinrichtungen im St. Anna untergebracht.

„Wir befinden uns derzeit in Phase II der klinischen Entwicklung einer neuartigen Krebsimmuntherapie, Audencel. Diese Therapie wurde in der Behandlung einer weit fortgeschrittenen Form von Knochen und Bindegewebstumoren getestet, ist aber prinzipiell gegen alle Krebserkrankungen einsetzbar“, erklärt Immunologie Thomas Felzmann.

In der heißen Phase

Die therapeutische Technologie vereine einen völlig neuen, patentgeschützten Ansatz - die Verwendung eines bakteriellen Gefahrensignals in Verbindung mit Tumorantigenen der Patienten - mit dem bereits am Markt befindlichen Konzept der Dendritischen Zellen. Ziel ist es, das Immunsystem in die Lage zu versetzen, die Krankheit selbst unter Kontrolle zu bekommen.

"In klinischen Pilotstudien hat sich diese therapeutische Technologie nicht nur als zielführend und deutlich lebensverlängernd, sondern als weitgehend frei von Nebenwirkungen erwiesen, soweit man das auf Basis der limitierten Zahl an Patienten und der begrenzten Beobachtungszeit sagen kann", so Felzmann.

Individualisierte Medizin

Aufbauend auf den Erkenntnissen der letzten Jahre will Activartis nun noch einen Schritt weiter gehen: Mit der Entwicklung eines individualisierten Impfstoffes der „next generation“ gegen Krebs, der die molekularen Regulationsmechanismen des Immunsystems besser berücksichtigt, als das bei der ersten Generation der Tumorimpfstoffe der Fall war. Patienteneigenes Tumorgewebe soll das Immunsystem so mobilisieren, dass es eine maßgeschneiderte Immunreaktion gegen den Tumor entwickelt. Diese Behandlungsstrategie wird auch als „Individualisierte Medizin“ bezeichnet.

„Wir und andere haben bei unserer Forschungsarbeit der letzten Jahre enorm viele neue Erkenntnisse bio-medizinischer Art gewonnen, auf die wir jetzt aufbauen können. Doch die Krebszellen verstecken sich gekonnt vor den spezifischen Immunreaktionen. Wir können sie für das körpereigene Abwehrsystem aber sichtbar machen.“ Mit jeder individualisierten Impfung steigere sich dann die Abwehr-Kapazität.

„Insbesondere wissen wir jetzt, dass das Abwehrsystem eine Immunreaktion nicht nur an- sondern auch abschalten kann. Um die maßgeschneiderte Abwehr der Tumorzellen davor zu schützen, sofort wieder abgeschaltet zu werden, nutzen wir das auf molekularer Ebene immer besser werdende Verständnis der Steuerung des Immunsystems“, erklärt Thomas Felzmann, der übrigens in seinem Ende 2015 erschienen Buch "Krebs, wer bist du, wohin gehst du?" die Materie auch für Laien verständlich beschreibt.

Neues Forschungsprojekt mit Frauenpower

Activartis hat sich 2015 um eine Förderung der Gemeinde Wien im Rahmen des FemPower Projekts beworben. 500.000 Euro wurden seitens der Wirtschaftsagentur zugesagt, das entspricht einer 60-prozentigen Förderquote. „Die restlichen 40 Prozent müssen wir alleine erwirtschaften, daran arbeiten wir gerade, um das Projekt starten zu können. Bei diesen Arbeiten geht es um die Entwicklung einer neuen Generation von Tumorimpfstoffen, eine Weiterentwicklung auf Basis der Erkenntnisse aus den Audencel Studien und aus vielen Laborexperimenten, die wir in den nächsten Jahren erstmals in die Klinik bringen wollen“, erklärt Thomas Felzmann.

Das Projekt wird übrigens von einem fünfköpfigen Team von Bio-Technologinnen unter der wissenschaftlichen Leitung der Immunologin Caterina Barresi durchgeführt werden.
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