12.07.2016, 05:00 Uhr

Eine Zwischenbilanz: Alsergrunds Bezirksvorsteherin Martina Malyar feiert 13 Jahre im Amt

"Offen für alle Alsergrunder": Das ist Martina Malyars politischer Leitspruch. (Foto: BV9)

Die SP-Politikerin ist die längstdienende Bezirksvorsteherin, die jemals im 9. Bezirk tätig war.

ALSERGRUND. Es war im Jahr 2003, als der seit 1991 amtierende SP-Bezirkschef Hans Benke seinen Sessel räumte und in den Ruhestand ging. Seine Nachfolgerin wurde die damals 44-jährige Martina Malyar, die zu dieser Zeit im Wiener Gemeinderat tätig war.

"Ich kann mich noch sehr gut an ihre ersten Tage erinnern. Sie brachte viel Erfahrung aus dem Gemeinderat mit und wollte offen für alle Alsergrunder sein", so SP-Gemeinderat Siegi Lindenmayr. Anfänglich arbeitete Malyar mit der ÖVP zusammen. Nach und nach kamen die Grünen im Bezirk immer mehr auf. "Ich arbeite seit 2010 als grüne Stellvertreterin mit Malyar eng zusammen. Anfänglich sind wir uns in Sachthemen nicht immer einig. Aber nach einer gemeinsamen Diskussion finden wir sehr oft den gemeinsamen Nenner", sagt die grüne Bezirksvize Momo Kreutz.

Schulumbau auf Kurs

Das gemeinsame Vorzeigeprojekt im Bezirk ist der Umbau der "Schule im Park", die im Herbst wieder geöffnet wird. "Dort haben wir von Anfang an unsere gemeinsamen Ideen umgesetzt", so Kreutz.

Top-Thema über Wochen

Die größte Herausforderung in der Amtsgeschichte von Malyar war die Einführung der Suchtberatung "Change" in der Nussdorfer Straße im Jahr 2014. Die wochenlangen Bürgerproteste gegen die Beratungsstelle gingen nicht spurlos an der SP-Politikerin vorüber. "Im Nachhinein betrachtet, hätte ich die Kommunikation mit den Bürgern anders gemacht. Da ist doch einiges nicht ganz optimal verlaufen", sagt Malyar. Doch die Wogen haben sich geglättet. Die Suchtberatungsstelle ist mittlerweile kein Thema mehr im Bezirk und funktioniert ohne große Beschwerden.

Letztes Großprojekt

Bis zum Ende ihrer Amtszeit im Jahr 2020 hat Malyar noch einiges vor. "Das Gebiet um den Franz-Josefs-Bahnhof ist eines der größten Stadtentwicklungsgebiete in Wien. Wir brauchen dort Wohnungen, Schulen und Nahversorgung. Auch die Ideen der Bürger sind hier gefragt", so Malyar, die sich eine Verlängerung ihrer Amtszeit über das Jahr 2020 hinaus nicht vorstellen kann. "Dann ist Schluss für mich", so die langjährige Bezirkschefin im bz-Talk.

Zur Person:
Martina Malyar (57) ist seit 2003 SP-Bezirksvorsteherin am Alsergrund. Davor war die Pädagogin im Gemeinderat tätig. Sie ist geschieden, Mutter zweier Töchter und lebt im Neunten.
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