30.06.2016, 17:19 Uhr

Gesetzes-Novelle: Ab Mitte Juli gibt´s hitzefrei für die Fiaker

Hitzefrei und weniger Arbeitstage: Diese Neuerungen sollen den Fiakerpferden ab Mitte Juli das Dasein erleichtern. (Foto: Dobnik)

Bei Temperaturen über 35 Grad dürfen die Fiakerpferde in ihren kühlen Stallungen bleiben.

Nach heftigen Debatten hat der Wiener Landtag mit den Stimmen von SPÖ. Grünen und FPÖ eine Novelle zum Fiaker- und Pferdemietwagengesetz beschlossen. Schon bald kriegen Kutschpferde hitzefrei sobald am Stephansplatz mindestens 35 Grad gemessen werden. Ab Mitte Juli soll die neue Regelung in Kraft treten.

Letztes Jahr gab es insgesamt 18 solcher Hitzetage. Somit ist es kein Wunder, dass der Landtagsbeschluss bei den Tierschützern große Freude auslöst. So sagte die Wiener Tierschutzobfrau Eva Persy: "Wir haben lange mit vielen Experten daran gearbeitet, die Situation der Tiere zu verbessern und ich freue mich über die Lösung. Gerade an Hitzetagen ist die Belastung für die Pferde sehr groß".

Die neue Hitzeregelung für Pferde orientiert sich an jener für Bauarbeiter. Auch sie kriegen ab 35 Grad Hitzefrei. Das ist aber nicht die einzige beschlossene Maßnahme. So wird die Tagesarbeitszeit der Tiere um eine Stunde verkürzt. Künftig sollen sie nur mehr zwischen 11 und 22 Uhr im Einsatz sein dürfen. Die Pferde kriegen auch eine Monatsarbeitszeitverkürzung von bislang 20 auf 18 Arbeitstage pro Monat.

250 Arbeitsplätze in Gefahr?

Gar nicht erfreut über die Novelle Gökhan Keskin, der Obmann der Fachgruppe Beförderungsgewerbe der Wirtschaftskammer Wien. Er ist für die 28 Wiener Fiakerbetriebe verantwortlich, an denen 250 Arbeitsplätze mit 357 Pferden hängen.

Keskin hält das neue Gesetz für unsachlich. Es sei durch keine veterinärmedizinischen Gutachten bestätigt, dass Fiakerpferde ab einer bestimmten Temperatur nicht fahren dürfen. Im Gegenteil seien die Wiener Fiakerpferde in einem sehr guten Zustand: "Hier wird nicht nur eine ganze Unternehmergruppe ruiniert, sondern auch der Tourismusstadt Wien eine der Attraktionen entzogen."
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