13.04.2016, 16:11 Uhr

FPÖ-Niegl: „Wir erleben einen Flüchtlings-Tsunami“

FPÖ-Gemeinderat Michael Niegl organisiert die Asyl-Kundgebung in Floridsdorf. Im Interview spricht er darüber, warum er die Demo für notwendig hält.

Erst vor einem Monat war die Demo in Liesing. Warum geht die FPÖ jetzt wieder auf die Straße?
MICHAEL NIEGL: Wir erleben gerade einen Flüchtlings-Tsunami sondergleichen. Wobei Flüchtling nicht einmal das richtige Wort ist. Es ist viel mehr eine Massenmigration aus wirtschaftlich schlechtergestellten Regionen. Darum wollen wir zeigen, dass wir den Weg der linksorientierten Stadtregierung nicht mittragen werden. Wir werden den Druck von der Straße erhöhen. Speziell auf Floridsdorf bezogen: Bezirksvorsteher Georg Papai hat vorab keine Infos an die Opposition herausgegeben. Das wurde in Liesing besser gemacht.

Sie rechnen mit 3.000 Teilnehmern. Ist das nicht ein wenig hochgegriffen?

Nein, in Liesing waren es ja auch 3.000 Teilnehmer.

Laut Polizei waren es nur 1.100.
Die Polizisten stehen auf der Lohnliste der Sozialdemokraten. Da ist es klar, dass die realen Zahlen verschleiert werden.

Die FPÖ hat die Straße jetzt verstärkt für sich entdeckt. Kann man da der Linken die Stirn bieten?
Die Linken sind sehr laut und sehr chaotisch und verüben Gewalt-, und Straftaten. Wir demonstrieren friedlich und rechtstreu. Wir wollen zeigen, dass wir ohne viel Radau mehr Menschen für eine vernünftige Sache auf die Straße bekommen.

Die Demo findet wieder an einem Montag statt. Wird Montag jetzt der neue Demo-Tag der FPÖ?
Das kann man so nicht sagen. Wir haben uns da nach den Terminen von unserem Bundesparteiobmann Heinz-Christian Strache gerichtet.

Gibt es einen Zusammenhang damit, dass auch die Pegida-Demos immer am Montag stattfinden?
Überhaupt nicht.

Dass Ihnen von Ihren politischen Gegner trotzdem eine Anbiederung an Pegida vorgeworfen wird, liegt aber auf der Hand. Wäre dann nicht ein anderer Tag besser oder ist das ohnehin Kalkül?
Wenn die uns beschuldigen, ist uns das egal. Das ist mir genauso wichtig wie wenn ein Reissack in Japan aufplatzt. Und die Pegida disqualifiziert sich selbst. Die FPÖ ist eine demokratische Partei. Wir machen keine gemeinsamen Veranstaltungen.

Wenn die FPÖ zur Demo ruft, wird sofort eine Gegendemo ins Leben gerufen? Freut sie das nicht eigentlich, weil es Ihnen noch mehr Aufmerksamkeit bringt?
Ja, wir freuen uns. Wir freuen uns über jede Art von Aufmerksamkeit. Auch wenn es einiges über das Demokratieverständnis der Gegenseite aussagt. Wann hat die FPÖ jemals eine Gegenveranstaltung gemacht? Aber die brauchen das, damit die in unserem Windschatten wenigstens irgendwen auf die Straße kriegen. Aber wir freuen uns auch deswegen über die Gegendemo, weil die anderen durchaus klüger werden können, wenn sie unsere Argumente hören.

Was sind denn Ihre Argumente?
Dass es eben keine Flüchtlingskrise ist. Es ist nur Wirtschaftsmigration. Und dass die überbordenden Sozialleistungen der Sozialdemokraten natürlich wie eine Einladung wirken. Ein Kuchen hat nur eine gewisse Größe. Ich kann Kuchenstücke verteilen und jeder wird satt. Oder ich gebe Bröseln her und niemand hat etwas davon. Wir geben derzeit den Flüchtlingen Bröseln und nehmen dabei unseren eigenen Leuten die Kuchenstücke weg.


Hintergrund:

Interview: Linke Demo-Organisatoren: "Polizei hofiert die Ewiggestrigen"
Bericht: Floridsdorf: Asyl-Demos mit 4.000 Leuten angekündigt
Bericht: Rückblick zur Asyl-Demo in Liesing
Analyse: Die FPÖ macht der Linken die Straße streitig
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