07.10.2016, 18:13 Uhr

Ein Minister macht ein Ankerbrot-Handsemmerl

Ein Minster beim Handsemmerl-Machen - gelingt fast perfekt

Bundesminister Hans Peter Doskozil lernte das Favoritner Traditionsunternehmen kennen - und nebenbei, wie man Handsemmerln macht.

FAVORITEN. Wie wird ein Handsemmerl wirklich gemacht? Diese Frage quälte auch Verteidigungsminister Hans Peter Doskozil. Die Antwort erhielt er in der Favoritner Ankerbrot-Fabrik: Ja, es wird von Hand gemacht!

Genauso wie viele andere Qualitätsprodukte, etwa die Striezel von Anker. Und zwar ausschließlich mit österreichischen Zutaten. Davon konnte sich Hans Peter Doskozil, Bundesminister für Landesverteidigung und Sport, die beiden Favoritner Landtagsabgeordneten Kathrin Gaál und Christian Hursky bei der Führung durch das Traditionshaus selbst überzeugen.

Und es gab sogar ein Semmerl, das der Minister auf Anhieb mit eigenen Händen fast perfekt fertigte. "125 Jahre Unternehmensgeschichte bedeutet zum einen, dass wir mit Stolz zurückblicken auf die Bedeutung, die Anker für Wien und den Standort Favoriten hat, zum anderen sehen wir es auch als Auftrag, die Zukunft ebenso erfolgreich weiter zu gestalten", so die beiden Vorstände.

Gegründet 1891 beschäftigt Anker heute 1.150 Mitarbeiter aus 44 Nationen. Davon 600 im Stammhaus in der Favoritner Absberggasse. Die restlichen in 111 Filialen wienweit.

Zwei Ankerfilialen gibt es als Franchise-Betriebe übrigens auch in Salzburg und in Bratislava. Alle Filialen wurden und werden derzeit umgebaut und auf den neuesten Stand gebracht, und man halte auch Ausschau nach neuen Lokalen in guten Frenquenzlagen, erklären Bernhard Angel, Vorstand für den kaufmännischen Bereich bei Ankerbrot und Vorstand Andreas Schwarzenberger, der für Vertrieb und Marketing zeichnet.

Ein österreichischer Betrieb

"Seit 2015 ist Ankerbrot wieder fest in österreichischer Hand", so Angel. 80 Prozent gehören seither der Austro Holding GmbH, 20 hält der Vorarlberger Bäckereiriese Ölz. "Wir investieren große Summen, um nachzuholen, was viele Jahre versäumt wurde", so Andreas Schwarzenberger. Man müsse die Kunden dort abholen, wo sie sich direkt mit dem Unternehmen identifizieren können, nämlich in den Filialen.

"Als Beispiel sei die Filiale Absberggasse erwähnt, die komplett saniert wurde. Seit der Wiedereröffnung im August 2016 haben wir ein Umsatzplus von 30 Prozent erreicht."

Und natürlich mit Werbung. "Unsere neue Werbelinie geht zurück an unsere Wurzeln. Ans Wienerische." Nicht umsonst gäbe es den alten Spruch: Was wünscht sich der Wiener, wenn er aus dem Urlaub zurückkommt? Hochquellwasser und ein Ankersemmerl!

In die Zukunft investieren

"Wir haben mit unserem Haus, das - anders als bei der Gründung 1891 - längst mitten im Wohngebiet liegt, einen durchaus schwierigen Standort, wollen ihn aber unbedingt hier halten. Auch wenn der Produktionsprozess über sechs Etagen uns logistisch einige schwierige, aber lösbare Aufgaben stellt", sagt Anker-Chef Andreas Schwarzenberger.

Ein großes Anliegen ist dem Unternehmen auch die Ausbildung der Lehrlinge. "Am 1. September 2016 begannen 21 Lehrlinge ihre Ausbildung bei Anker. Nach zwei Einschulungstagen starten elf Lehrlinge als Bäckereifachkraft in den Anker-Filialen. Unsere sieben Bäcker sowie unser Mechatroniker werden in der Produktion und in der Betriebswerkstatt in Favoriten in den jeweiligen Bereichen übernommen. Unsere Industriekauffrau und unser Industriekaufmann werden von den jeweiligen Abteilungen in ihre neuen Aufgaben eingeschult."

Bester Beweis, wie gut die Ausbildung und wie motiviert die jungen Mitarbeiter sind, ist das Ergebnis des Bundes-Lehrlingswettbewerbes 2016: Gold, Silber und Bronze gehen an Ankerlehrlinge, der erste Platz an Jessica Berger, die im durchaus schweren Bäckerhandwerk täglich tüchtig ihre Frau steht.
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