09.05.2016, 10:23 Uhr

Kommt ein Clown ins Spital ... eine Lach- und Fachgeschichte

Michael "Dr. Nockerl" Hofkirchner, Stationsschwester Rosa Tietze und Barbara "Dr. Wetti-Tant" Schwiglhofer im Landesklinikum.

Zwei Doktoren bringen im Landesklinikum Amstetten den Kindern eine ganz besondere Medizin.

STADT AMSTETTEN. Der kleinen Sophia geht es heute wieder schlechter. Um das zu erkennen, muss man gar kein richtiger Arzt sein, man merkt es an ihren Augen. Geschlafen hat sie nicht sehr viel in dieser Nacht und morgens kaum etwas gegessen. Das halb volle Tablett steht noch vor ihr, als zwei Doktoren vorbeischauen und das Zimmer in einen Zauberwald verwandeln. Zum ersten Mal seit Tagen ist ein Lächeln auf den blassen Lippen von Sophia zu sehen.

Entführung aus der Realität

Es ist eine "Entführung aus der Realität", erklärt Dr. Nockerl, "EinFachArzt für Haxen und Faxen". "Wenn jemand so ausschaut wie wir, weiß man gleich, es ist vieles möglich", so der CliniClown. Allein die rote Nase sei schon ein Signal, das man bereits von weitem erkennen würde.
"Man darf etwas im Spital, was man vielleicht sonst nicht darf", sagt Dr. Wetti-Tant, "Doktarin für Musikologie und Sing-Sang", vor allem auch "Nein" sagen. Doch das komme bei den beiden selten vor.

Zwei Lach-Fachärzte

Dr. Nockerl heißt eigentlich Michael Hofkirchner. Er kommt aus Wien, ist Theaterpädagoge, Künstler und Schauspieler und seit 17 Jahren im Auftrag des Lachens in Kliniken, Geriatrien und Altenheimen unterwegs. Seine Kollegin Dr. Wetti-Tant heißt mit bürgerlichem Namen Barbara Schwiglhofer. Seit 15 Jahren sorgt die Musik- und Bewegungspädagogin und Schauspielerin aus Ternitz für "Transformationen" – so auch alle zwei Wochen in der Kinderabteilung des Landesklinikums Amstetten.

Nur das Jetzt zählt

"Was wir machen, passiert im Jetzt", erklärt sie, es wäre egal, was vorher war und was sein wird. Es gehe nur um den "lebendigen Menschen". "Die Kinder sind in diesem Moment so im Leben", sagt Schwiglhofer.
Durch die überzeichnete Figur, durch die übertriebene Darstellung der Gefühle und oft selbst mit einem offensichtlichen Problem beladen, finden die Clowns einen Zugang zu den Menschen. "Es funktioniert großartig", meint Schwiglhofer. Und so gibt es noch zwei Tipps der CliniClowns: "Einmal täglich von Kopf bis Fuß ordentlich durchsingen", rät Dr. Wetti-Tant. Und nicht vergessen, erklärt Dr. Nockerl: "Zwei Lachwurzen helfen bei Lurchwarzen."


CliniClowns Austria ist ein Verein zur Betreuung kranker Menschen durch Clowns. Spendenmöglichkeiten: IBAN AT32 12000 00656 243 300, BIC BKAUATWW; per SMS (den gewünschten Betrag senden an) 0660 10 20 20 20, oder online mit Kreditkarte. Mehr Infos: www.cliniclowns.at
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