29.08.2016, 11:57 Uhr

Amstetten steht auf "Naturschönheiten"

Bernhard Haidler beim Mähen in seinem Naturgarten in Amstetten. Auch das "Ernten der Früchte" sei "natürlicher" Ansporn, sagt er.

Bei einer Expedition ins Land der Gärten können Amstettner Naturschönheiten vor ihrer Haustüre entdecken.

BEZIRK AMSTETTEN. Niederösterreich ist das Land der Naturgärten. Die "Garten Tulln" lockte heuer bereits 10.000 Besucher an. Im Bezirk Amstetten gibt es fünf Schaugärten, aber auch immer mehr private Gartenbesitzer entschließen sich auf Kunstdünger, Pestizide und Torf zu verzichten.

14.000 Gärten haben landesweit eine Naturgarten-Auszeichnung, im Bezirk sind es 1.014. Wir haben einen davon besucht – und ein Paradies für Mensch, Pflanze und Tier entdeckt.

Die Natur vor der Haustüre

Durch den Torfabbau werden nicht nur Naturlandschaften zerstört, es wird auch darin gebundenes CO₂ freigesetzt, erklärt Bernhard Haidler. Der Amstettner besitzt nicht nur einen "Natur-im-Garten"-Garten, er ist auch "Natur-im-Garten"-Berater.
Bei den Pestiziden gebe es biologische Alternativen.

Diese wirken gezielt gegen eine Schädlingsgruppe und unterbinden so Kollateralschäden, erzählt der Biologe von Fadenwürmern, die dem Dickmaulrüssler und der Maulwurfsgrille zu Leibe rücken, oder Bakterien, die gegen den Buchsbaumzünsler eingesetzt werden.

Naturnah eingreifen

Natur im Garten heißt allerdings nicht, etwas verwildern zu lassen, klärt Haidler auf. Der Mensch greift regulierend – mal mehr, mal weniger – ein. Dies beginnt beim Obstklauben und endet beim Heckenschneiden. Die Gestaltung sollte allerdings möglichst naturnah sein, etwa durch eine Wildstrauchhecke mit Holler und Dirndl oder mit Klee und Laubbäume auf der Wiese.

Der versteckte Lebensraum

Doch ein Garten ist mehr als nur Erholungsraum für uns Menschen. Er ist zugleich Lebensraum für viele Tierarten, vom Igel bis zum Vogel, vom Marienkäfer bis zur Erdkröte.

Um das Tierleben zu unterstützen, kann man auf einfache Weise Ressourcen schaffen. Etwa in dem der Gartenbewirtschafter auf Pflanzen mit Früchten setzt oder auf Holler statt Thujen. Auch durch Laub unter den Hecken oder "Häuschen" aus Weiden können bewusst Räume für Tiere geschaffen werden, von Siebenschläfern über Haselmäuse bis zu Glühwürmchen und Vögel. "Man kann sehr schöne Beobachtungen machen", so der Amstettner, man müsse nur "die Natur reinlassen". Man dürfe nicht gegen die Natur kämpfen. Man müsse "akzeptieren, dass im Rasen auch Gänseblümchen sind", so Bernhard Haidler.

Ein Garten will überlegt sein

Wer sich einen Garten anlegen möchte, sollte sich nicht nur der Arbeit, die dieser mit sich bringt, bewusst sein, er sollte sich auch im Klaren sein, welche Art von Garten er möchte. Vom Natur- bis zum Selbstversorger-Garten gebe es viele Möglichkeiten. "lch muss wissen, was ich will", sagt Haidler und verweist auf Beratungsangebote von Natur im Garten. So steht etwa ab September in Waidhofen einmal pro Woche ein Experte für eine kostenlose Beratung zur Verfügung.

Infos: 02742 74 333, www.naturimgarten.at
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