21.03.2016, 10:29 Uhr

Die Ybbs schwimmt im Plastik

Nicht nur Plastik landet in der Ybbs: Thomas und Leopold Hochpöchler mit Reifen und Schuh bei der Ybbs. (Foto: Rettet die Ybbsäsche)

Verein „Rettet die Ybbsäsche“ prämiert Maßnahmen zur Müllvermeidung mit 1.000 Euro.

BEZIRK AMSTETTEN. Im Winde tanzend am Straßenrand, halb eingeackert in Feldern, als „Osterschmuck“ an Sträuchern – überall Plastikmüll. Jetzt krempelt der Bezirk die Ärmel hoch und startet den Frühjahrsputz im Bezirk Amstetten (siehe Zur Sache).

Selbst die Umwelt schützen

Der Gemeindedienstleistungsverband für Umweltschutz und Abgaben (GDA) unterstützt Initiativen etwa mit Müllsäcken und Handschuhen.
Jede Aktion und Beteiligung sei willkommen, so Geschäftsführer Wolfgang Lindorfer. 2015 gab es im Bezirk über 4.000 freiwillige Arbeitsstunden von 1.300 Menschen, die bei 32 Sammelaktionen rund 14.800 Kilogramm Abfall sammelten.

Ybbs schwimmt in Müll

Trotz der jährlichen Putzaktionen verbleiben Jahr für Jahr enorme Mengen Müll in der Ybbs. Ob achtlos weggeworfen oder vom Winde verweht landen Tonnen an Kunststoff in der Ybbs, so Leopold Hochpöchler vom Verein "Rettet die Ybbsäsche".

30 Badewannen mit Abfall

So füllte 2015 allein im Ybbsabschnitt Stiefelmühle (Länge 2.000 Meter) der gesammelte Abfall in und an der Ybbs 16 Säcke (zu 100 Liter) mit Folien aus der Landwirtschaft und vierzehn Säcke voll mit PET-Flaschen, Kanister, Luftmatratzen, Schlauchboote oder Lebensmittelverpackungen. Insgesamt wurden 4.100 Liter Müll aus dem Fluss gefischt. Dies entspricht fast 30 Badewannenfüllungen.
Kunststoffe, die in die Natur gelangen, werden durch Sonnenlicht brüchig, durch Wind und Wasser zerkleinert, dabei werden chemische Inhaltsstoffe wie Weichmacher freigesetzt. „Weichmacher haben eine hormonelle Wirkung, schon geringe Mengen sind stark wirksam. Bei manchen Wasserlebewesen bewirkt dies sogar eine Geschlechterveränderung“, warnt Hochpöchler.

Jeder kann Beitrag leisten

Folien oder Abdeckplanen aus der Landwirtschaft sind genauso ein großes Problem wie schlecht gegen Verwehungen gesicherte Müllsammelstellen. "Ein Pfandsystem auf Plastikflaschen und Aludosen könnte viel bewirken“, ist er überzeugt.
"Jeder Bürger kann auf einfache Art und Weise seinen Beitrag zur Vermeidung des Mülleintrages in unsere Landschafts- und Gewässersysteme leisten", so der Umweltschützer über Achtsamkeit, Vorbildwirkung und Zivilcourage.

Verein vergibt Umwelt-Oskar

"Rettet die Ybbsäsche" ruft daher Gemeinden, Schulen, Vereine und Einzelpersonen auf, über ihre Aktivitäten und Ideen zur aktiven Müllvermeidung bis 30. September einzusenden. 1.000 Euro Preisgeld warten beim "Umwelt-Oskar" auf die Bewerber. Bewerbungen an: Verein "Rettet die Ybbsäsche", Hauslehen 21, 3342 Opponitz, office@ybbs-aesche.at

Hier geht es zu den Frühjahrsputzterminen im Bezirk.
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