„Politiker müssen zu Leuten“

UWG-Spitzenkandidat Friedrich Rechberger möchte nach 35 Jahren im Gemeinderat die WVP-Absolute brechen.
Am 25. März wird in Waidhofen gewählt: UWG-Spitzenkandidat Friedrich Rechberger im Gespräch.

BEZIRKSBLÄTTER: Herr Rechberger, Sie sind mittlerweile 35 Jahre im Gemeinderat. Was ist die Motivation für Ihr politisches Engagement?

Rechberger: Nachdem ich mich so lange für die Leute eingesetzt habe, würde ich ihnen nun gerne das Geschenk machen, dass die absolute Mehrheit in Waidhofen fällt und wirkliche Demokratie aufkommt. Durch meine 25-jährige Tätigkeit in der Bürgerliste hat man gesehen, dass, wenn ein Kleiner ständig etwas einbringt, man etwas weiterbringen kann.

BEZIRKSBLÄTTER: Sie treten mit einem sehr breit gefächerten Team zur Wahl an.

Rechberger: Es ist mir gelungen, quer durch die Bevölkerung, Leute zu gewinnen, die sich bereit erklärt haben, nicht in einer Führungsrolle, sondern von unten herauf mitzuarbeiten. Man sieht, dass eine gewisse Unruhe in der Bevölkerung herrscht.

BEZIRKSBLÄTTER: Bei der letzten Wahl war der Kubus zentrales UWG-Thema. Nun haben Sie drei Kubus-Aktivisten im Team. Wieder ein zentrales Thema?

Rechberger: Der Kubus wird immer Reizthema bleiben. Er ist aber kein erklärtes Wahlthema. Ich habe eigentlich nach dem letzten Wahlergebnis erwartet, dass der Bürgermeister gescheit ist und die Leute dazu befragt. Man soll nie gegen die Leute arbeiten. Das führt zu Politikverdrossenheit.

BEZIRKSBLÄTTER: Das heißt, Sie fordern mehr Bürgermitsprache?

Rechberger: Absolut. Die Politiker müssen zu den Leuten gehen, nicht die Leute zu den Politikern. Ich bin ständig unterwegs und arbeite bei vielen Vereinen mit. Ich weiß, wo es unter den Nägeln brennt.

BEZIRKSBLÄTTER: Eines Ihrer Themen ist die Verkleinerung des Gemeinderates?
Das ist ein ganz großes Thema. Waidhofen hat 11.000 Einwohner und 40 Gemeinderäte. St. Pölten 50.000 und 42. Da stimmt das Verhältnis nicht. Irgendwo muss man anfangen zu sparen - meiner Meinung nach bei uns selber.

BEZIRKSBLÄTTER: Das führt zum Thema Budget und Sparpotentiale.

Rechberger: Über eine gewisse Infrastruktur kommen wir nicht hinweg. Wo man einsparen kann, sind aber diese Riesenkostenüberschreitungen - wie beim Schulzentrum. Da liegt der Hund begraben. Oder bei den WY-News. Es gibt genug Potential, auch wenn es kleine Dinge sind. Aber Kleinvieh macht auch Mist.

Interview: Andreas Kössl
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