11.08.2016, 15:05 Uhr

130kg reinste American Football Freude

Amstetten: Jahnsportplatz |

Nicht nur schlanke, schnelle Spieler werden beim American Football benötigt. Die kräftigen Männer an der Line sind ein wichtiger Schlüsselfaktor für jedes erfolgreiche American Football Team. Deshalb findet am 3. September ein spezielles Tryout für alle Jungs mit 100 kg und mehr statt.



Als Defensive Tackle ist #98 Harald Kreindl eine wichtige Stütze für die Amstetten Thunder D-Line. Bei einer Größe von 190 cm bringt er mit 130 kg ganz schön was auf die Waage. Ein Leichtgewicht ist Harald auf jeden Fall nicht. Harald Kreindl hat, wie seine schweren Kollegen in der Line einen wichtigen Teil zum Playoff-Einzug der Amstetten Thunder beigetragen. Im Interview erzählt er auch selbst, wieso gerade die schweren Jungs so wichtig für jede American Football Mannschaft sind.

Wie lang spielst du insgesamt American Football?


Ich habe mit 18 Jahren bei den Steelers Junioren in Urfahr angefangen und mit 19 mein erstes Spiel absolviert. Kurz darauf kam dann die Fusion mit den Sharks. Nach einem holprigen Jahr für mich im Kampfkader der Steelsharks, konnte ich aus beruflichen Gründen nicht mehr spielen. Mit 24 Jahren bin ich, bei den Steelsharks, diesem Sport wieder aktiv beigetreten. 2013 wollte ich aus privaten Gründen die Schuhe an den Nagel hängen. Ich war sozusagen nur ein Jahr in der Spielerpension und bin auf Empfehlung vom damaligen Defense Coordinator Gerhard Hochreiter zu den Amstetten Thunder gestoßen. Ich gehe nun also die dritte Saison mit den Thunder an den Start. Und ich freue mich darauf!

Harald Kreindl im Spiel gegen die LionsDu hast eine tolle Season hinter dir. Was war dein persönliches Highlight?

Persönliches Highlight, schwer zu sagen. Auf jeden fall der Einzug als Aufsteiger in die Playoffs. Das war eine echt klasse Leistung von der gesamten Mannschaft. Beeindruckt haben mich die Rookies die ihren Mann stehen mussten. Es ruht dann ja doch ein gewisser Druck auf jedem einzelnen und das haben sie super gemeistert. Ein gutes Zeichen, dass die Mannschaft einen sehr guten Zusammenhalt genießt. Ja, ich denke, das war mein Highlight, das zu sehen.

Wie motivierst du dich immer wieder um aufs Training und zu Spielen zu gehen?

Wenn man schon ein paar Jährchen in dem Sport auf dem Buckel hat, braucht man sich nicht mehr motivieren. Das ist Freude pur! Für mich persönlich ist es aufgrund meines Jobs und der Entfernung nicht immer möglich in die Trainings zu kommen. Daher ist die Freude, wenn es geht, umso grösser

Wie hast du dich ganz am Anfang motiviert / den Mut gefunden auf dein erstes Training überhaupt zu gehen?

Ich habe mich schon immer für American Football interessiert. Davor hab ich so einiges an Kampfsport probiert und auch Fußball gespielt. Ich hatte mich einfach mal schlau gemacht wo in der Nähe ein Club ist. Naja, die Coaches und die Spieler damals bei den Steelers haben es mir echt einfach gemacht. Ich hatte schnell das Gefühl dazu zugehören. Allerdings war es schon eine recht große Herausforderung mich körperlich in den Sport einzufügen Es war nicht immer einfach, da muss man reinbeißen, man bekommt nichts geschenkt.

Harald Kreindl beim TackelnIn vielen Teamsportarten wären deine Körpermaße eher hinderlich, um erfolgreich zu spielen. Im American Football werden aber unter anderem gerade kräftige Burschen, wie du, gesucht. Welche Aufgaben hast du im Team und wie kannst du dabei gerade die dir zur Verfügung stehende Masse nutzen?

Das ist richtig, kräftig gebaute Burschen sind in unserem Sport sehr gerne gesehen. Deshalb findet am 3. September ein Tryout für “Große Jungs” statt. Ich hoffe sehr dort viele neue interessierte Gesichter zu sehen. Da ich ja Defensive Tackle bin, ist es meine Aufgabe die gegnerische Offense Line so zu stören, dass sie ihr Blocking Schema nicht halten können, durchzubrechen und dem QB immensen Druck zu machen. Wenn möglich gehört auch der ein oder andere Tackle am Ballträger dazu. Die Masse, vor allem wenn man noch schnell ist, kann eine immense Kraft an den Tag legen und macht es dem Gegner irrsinnig schwer. Dazu kommen noch technische Details an denen wir regelmäßig arbeiten. Und im Training versuche ich natürlich die Teamkollegen zu fordern so gut es geht – ist für alle Gut.

Welche Voraussetzung muss man als (D-)Liner mitbringen?

Grundsätzlich kann man ja alles Lernen, wenn man daran auch wirklich arbeitet. Starke Beine, einen starken Antritt und trotz einer gewissen körperlichen Masse eine körperliche Flexibilität und Beweglichkeit sind sehr von Vorteil.

Wie unterscheidet sich dein Training von beispielsweise Receivern?

Wir trainieren Grundsätzlich in Units (positionsspezifische Trainings). Wir arbeiten jedes mal hart an unserer Technik, Reaktion und Kraft um einen Vorteil gegenüber dem Gegner zu bekommen. Die Receiver dagegen müssen weitaus mehr Laufen und ihre Passrouten verinnerlichen und natürlich in verschiedenen Situationen den Ball zu fangen und zu kontrollieren.



Hast du jetzt Lust bekommen den besten Sport der Welt auszuprobieren? Bringst du ordentlich was auf die Waage und willst dieses Gewicht optimal einsetzen? Dann komm zum Liner Tryoutam 3. September um 15 Uhr am Jahnsportplatz (Dampfsägestraße 4, 3300 Amstetten). Erfahrene Liner der Amstetten Thunder, die genau wissen wovon sie sprechen, die speziellen Herausforderungen, aber auch Chancen kennen zeigen dir, welche Aufgaben es für schwere Jungs beim American Football gibt. Die Teilnahme am Tryout ist kostenlos und unverbindlich. Einfach ausprobieren! Du wirst nie wieder ohne American Football sein wollen.
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