Thalgauer Schule hilft Kindern in Not

Die Spenden kommen Flüchtlingen in einem indischen Kinderdorf zu Gute. (Foto: Inhoff)

Die Hauptschule Thalgau sammelt seit zwei Jahren Geld für Flüchtlingskinder aus Tibet.

THALGAU (mill). Ins Leben gerufen wurde das Hilfsprojekt, das unter dem Motto „Armut sehen, mutig handeln“ steht, von Christine Inhoff. Den Anstoß gab die Patenschaft für ein Kind aus Tibet, das in einem indischen Flüchtlingsheim lebt. „Ich habe mein Patenkind zwei Mal besucht und die dortigen Zustände gesehen. Als ich unseren Schülern davon erzählt habe, wollten sie sofort helfen“, sagt die Thalgauer Hauptschullehrerin.

Erschütternde Schicksale
In dem von China besetzten Tibet herrscht zum Teil bittere Armut. „Dazu kommen Flüchtlingsdramen, die vor allem die Kinder betreffen. Viele sterben auf der Flucht oder haben ihre Eltern verloren“, weiß Inhoff, die erschütternde Schicksale kennt: „Ich habe einen ungefähr 13 Jahre alten Buben gesehen, dessen Körper mit Brandwunden übersät war, weil er von den Chinesen gefoltert worden ist.“

Lehrer und Schüler seien sich rasch einig gewesen, „dass wir die Schwächsten unterstützen, die sich am wenigsten wehren können“. Allein im Schwerpunktjahr 2010 wurde für Flüchtlingskinder aus Tibet die stolze Summe von 6.000 Euro gesammelt. „Wir haben viele Aktivitäten gesetzt. Unter anderem wurde ein großer Tibet-abend veranstaltet, bei dem die Schüler, Tänze, Lieder und Sketches aufegführt haben“, erzählt Christine Inhoff.

Die engagierte Lehrerin flog damals nach Indien, um das Geld persönlich im Kinderdorf Gopalpur zu überreichen. „Uns ist es wichtig, dass die Spenden dort hinkommen, wo sie hinkommen sollen und nicht irgendwo abgezweigt wirden“, so Inhoff. In dem Kinderdorf am Fuß des Himalaya leben rund 1.500 Flüchtlinge aus Tibet. Die Spenden aus Thalgau seien viel mehr als der sprichwörtliche Tropfen auf den heißen Stein, betont Inhoff: „Mit ein paar tausend Euro kann man wahnsinnig viel ausrichten. Das ist dort sehr viel Geld.“

Hilfe geht weiter
Aus diesem Grund entschloss sich die Schulgemeinschaft, das Hilfsprojekt nicht auslaufen zu lassen. „Uns war es ein Anliegen, das Projekt in kleinerem Rahmen weiterzuführen“, erklärt Carola Wendlinger, die Direktorin der Hauptschule Thalgau. Bei der Feier anlässlich des 40-jährigen Jubiläums des Thalgauer Alpenvereins waren Schüler und Lehrer mit einem eigenen Tibetstand vertreten, an dem selbst gebastelte Lesezeichen und Waren von „Save Tibet“ verkauft wurden. Außerdem wurden Lose verkauft, sodass an diesem Abend fast 1.400 Euro für den guten Zweck gesammelt werden konnten.

Neben vielen anderen Freiwilligen waren auch Felicia Roither und Elias Legat (beide 12) mit Feuereifer bei der Sache. „Wir jammern immer, dass es uns so schlecht geht und denken nicht an diejenigen, denen es noch viel schlechter geht. Viele Dinge, die für uns selbstverständlich sind, sind den Flüchtlingskindern aus Tibet nicht möglich“, sagen die beiden Schüler.

Spenden für das Tibet-Hilfsprojekt sind bei der Raiffeisenbank Thalgau (Kontonr. 00624775, BLZ: 35065) möglich.
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