22.03.2016, 16:27 Uhr

9 Meter Wohnbau in Villenzone

Links das bekannte "Bellevue", einst als Hotel errichtet und heute als Wohnhaus genutzt, rechts daneben der Wald bei der Louisenvilla, der laut gefasstem Grundsatzbeschluss nun zu einem Drittel verbaut werden darf.
BAD VÖSLAU. Am Donnerstag fasste der Gemeinderat mit der Mehrheit der Liste Flammer einen Grundsatzbeschluss, dass neben der Louisenvilla (Florastraße 6) ein bis zu 9 Meter hoher viergeschoßiger Wohnbau gebaut werden darf. Die seit acht Jahren heiß umkämpfte Louisenvilla, eine der letzten Biedermeier-Waldvillen in Bad Vöslau, bleibt bestehen, soll renoviert und als Wohnung hergerichtet werden.
Der Wald daneben wird jedoch dem Wohnbau geopfert, jedenfalls zu einem Drittel. Denn 30 % der Grundfläche dürfen verbaut werden. Auf Antrag von Grünen-Stadträtin Eva Mückstein (einstimmig angenommen) soll der wertvolle Baumbestand möglichst erhalten bleiben.
FPÖ-Gemeinderat Peter Gerstner wollte die geplante Widmungsänderung verhindern. Vergeblich. Das Areal soll - wie rechtlich notwendig - vor Baubeginn von Bauland-Sondergebiet-Fremdenverkehr auf Bauland-Wohngebiet umgewidmet werden. Dem früheren Besitzer des Grundstückes wurde erst 2007 eine beantragte Wohngebiet-Widmung einstimmig untersagt. Heute sieht es anders aus: "In der Nachbarschaft ist Wohngebiet", sagt Baustadtrat Oissner (Liste Flammer). In der Nachbarschaft sind aber gleichwertig auch zwei Tourismus-Betriebe: Residenz und Thermalbad (Anm.).

"Bausünde" als Richtlinie?

Der nun gefasste Grundsatzbeschluss folgt einer Empfehlung des Gestaltungsbeirates, in den auch das Bundesdenkmalamt eingebunden war, denn die Verbauung soll Rücksicht auf die Villengegend nehmen. Deshalb wollten die Grünen auch die erst vor 20 Jahren eröffnete Residenz - für viele eine "Bausünde" und gar keine Villa - als optische Richtlinie für den Wohnbau eliminieren, erfolglos.

Architektenwettbewerb

Grundstückseigentümer ist seit 2008 die Baufirma Sedlak, die ursprünglich die Louisenvilla wegreißen wollte. Das jedenfalls ist nun verhindert worden. Sedlak wird nun einen Architektenwettbewerb ausloben, in die Jury wird auch ein Vertreter der Initiative Florastraße entsendet. Danach folgen weitere Schritte wie Umwidmung und die Kontrolle, dass das Siegerprojekt auch tatsächlich umgesetzt wird. Baumschutz inklusive.

Anrainer musste raus

An der Debatte nicht teilnehmen durfte der Gemeinderat, der sich wohl am besten auskannte. Peter Lechner (ÖVP) wurde als Anrainer wegen Befangenheit des Saales verwiesen. Darüber erboste sich FP-Lady Kerstin Witzmann derart ("Das ist eine Farce!"), dass auch sie die Sitzung verließ. Die Tür knallte. Ansonsten blieb die Debatte überraschend sachlich.
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Dr. Peter Föller ; Bad Vöslau aus Baden | 22.03.2016 | 21:30   Melden
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Gerald Bauer aus Triestingtal | 23.03.2016 | 17:49   Melden
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Gabriela Stockmann aus Baden | 26.03.2016 | 08:54   Melden
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