22.06.2016, 11:53 Uhr

Opposition will Notbremse für Vöslauer Badplatz ziehen.

Am 23. Juni wird es im Gemeinderat von Bad Vöslau vermutlich heiß hergehen! Die Opposition verlangt geschlossen den Ankauf des Gal-Grundstückes am Badplatz, dem eine Verbauung droht.

BAD VÖSLAU. In diesen Tagen überschlagen sich die Ereignisse rund um die denkmalgeschützte Villa Pereira (Café Thermalbad) in Bad Vöslau, immer neue Details rund um den Verkauf des geschichtsträchtigen Areals werden bekannt.
Nach und nach sickern Summen durch, um die das 6.000 Quadratmeter-Areal den Besitzer gewechselt hat. Es gehörte drei Eigentümern aus der Familie Gal/Aslanidis, die laut Grundbuch mit etwa einer Million verschuldet waren. Der neue Eigentümer, die Baufirma Jury, hat offenbar diese Schulden abgedeckt. Im - öffentlich einsehbaren - Grundbuch vom 16. Juni war Jury aber noch nicht eingetragen. Wie das? Anton Jury erklärt: "Der Kaufvertrag wurde vorigen August unterschrieben, ein Jahr ist Zeit zur grundbücherlichen Eintragung." Er plant auf dem Areal Wohnungen ("Betreubares Wohnen") und Edel-Gastro. Was genau im Kaufvertrag steht, wissen wohl nur Eingeweihte. "Die Villa Pereira soll das Herz des Bauprojektes werden", so Jury. Der mit Bau-Experten besetzte Gestaltungsbeirat sei involviert, derzeit befinde man sich in der Beratungsphase. Auf einer Immobilienseite stand das "Projekt" mit 35 Wohnungen am Sonntag um 1,8 Mio. online zum Verkauf, am Montag war es von dort wieder verschwunden.

Opposition alarmiert
Die Bad Vöslauer Opposition (18 Mandate) fürchtet geschlossen um die Identität des Badplatzes, das Herz von Bad Vöslau. Die einzige Möglichkeit, "eine Bau-Katastrophe zu verhindern" sei der Ankauf des Areals durch die Stadtgemeinde Bad Vöslau. Jury zeigt sich dieser Idee gegenüber "nicht abgeneigt". Allerdings hält er nichts vom aufrechten Angebot des Bürgermeisters, nur den Teich aus dem Bestand herauszukaufen. Jury: "Das Ganze ist ein Ensemble - der Teich gehört untrennbar dazu."
Bürgermeister Christoph Prinz (Liste Flammer, 19 Mandate) will aber nicht alles haben. "Wir brauchen nicht noch eine Sparkassa", sagte er. Mit Kursalon, Thermenhalle, Harzberg habe man ohnehin genug Objekte zu erhalten, die denkmalgeschützte Villa Pereira gehe sich da nicht mehr aus. Wie zu hören ist, hätten die einstigen Eigentümer der Stadt schon früher das Objekt zum Kauf angeboten - ohne Reaktion. Nun ist nicht einmal ganz klar, wer der Eigentümer offiziell überhaupt ist...
Die Opposition will jedenfalls in der Gemeinderatssitzung am 23. Juni (Rathaus, 19 Uhr, öffentlich) einen Antrag auf Ankauf stellen. Zudem will man, dass "wegen der Sensibilität und historischen Bedeutung" auch die politischen Fraktionen und eine Vertretung der Anrainer in den Gestaltungsbeirat nominiert werden. Und überhaupt verlangt man sofort "absolute Transparenz".

In diesem Beitrag finden Sie einige Bilder von einem Rundgang durch das Café Thermalbad vor ca. einem Jahr.
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