19.10.2016, 00:00 Uhr

Parkplatz-Wirrwarr beim neuen Spital

BADEN. "Jedes Mal, wenn ich aus dem Fenster meines Krankenzimmers im schönen neuen Spital schaue, schreibt ein Polizist gerade einen Strafzettel" Walter M. (Name geändert) aus dem Bezirk Mödling wurde in Baden operiert. Das neue Spital und die medizinisch-pflegerische Betreuung findet er super, aber die Parkplatzsituation "katastrophal".
Schon bei der Anreise zur Operation brauchte er eine Weile, bis er das Parkdeck an der Waltersdorferstraße als das Spitals-Parkdeck identifizierte. "Ich dachte, das Parkdeck gehört zur dortigen Sporthalle", so Walter M. "Ich stand vor einer Ampel, rechts das nicht weiter deklarierte Parkdeck, links führte die Straße in den Klinikbereich. Da fuhr ich ein und kam zu einem Parkplatz, wo falsch abgestellten Autos das Abschleppen angedroht wird. Wer hier parken darf, hab ich nicht gesehen."
Er wendete also, auf der Rückfahrt fand er schließlich den Wegweiser zum Parkdeck. "Man muss vom Haupteingang zum Parkdeck schauen, um dieses als zum Spital gehörig zu definieren."

Im Kreis gefahren

"Ich bin schon eine Viertelstunde im Kreis gefahren, habe schließlich beim Minigolf geparkt und bin in meinem angeschlagenen Zustand den relativ weiten Weg ins Spital zu Fuß gegangen", sagt Walter M.
Er ist offenbar nicht der einzige, der sich mit der Parkplatzsituation beim neuen Spital nicht auskennt. Da stehen viele falsch geparkte Autos entlang der Straße, und die Polizei schreibt viele Strafmandate. Walter M. spricht vom "schamlosen Ausnutzen" einer unklaren Situation. Ein Polizist, den er zur Rede stellte, antwortete ihm nur: "Ich tue meine Pflicht."

"Strafen gerechtfertigt"

"Er tut tatsächlich seine Pflicht", bestätigt Polizei-Oberst Walter Santin. "In der Dr. Julius Hahn-Straße ist Halten und Parken verboten, die Fläche wird für die Rettungsautos etc. benötigt, am Bankett neben der Straße darf man außerdem sowieso nicht stehen." Auch das Parkdeck sei eindeutig ausgeschildert, der erste Hinweis stehe bereits bei der Remise. "Wenn wir bei der Beschilderung, etwa aus Richtung Tribuswinkel noch nachbessern müssen, werden wir das tun."
Dass sich die Stadt ein "Körberlgeld" macht, weist der Polizei-Oberst von sich. Von "50 Strafzetteln am Tag", wie Patient Walter M. vermutet, könne eher nicht die Rede sein. Und: "Es werden täglich schon weniger." Ein anderer Patient, der einen Strafzettel ausfasste, will diesen wegen der unklaren Beschilderung beeinspruchen.
Eine Tiefgarage, wie beim alten Spital, war - so heißt es aus dem Landesklinikum - war "von Anfang an nicht geplant".
0
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.