22.03.2016, 15:47 Uhr

Business Brunch mit Mario Gruber: Herr über 1.900 Betten

Im Business Brunch trifft Gabriela Stockmann Mario Gruber, den Geschäftsführer von Thermenregion-Wienerwald im Gasthaus Martinek in Baden, einem Wirtshaus der "Wirtshauskultur".

BEZIRKSBLÄTTER: Wie groß ist eigentlich die Fläche, die Sie als Mr. Wienerwald und Mr. Themenregion touristisch betreuen müssen? Wie viele Menschen leben in dieser Region, wie viele Hotels und Gastronomiebetriebe gibt es hier?
MARIO GRUBER: Ich bin für drei politische Bezirke - Baden, Mödling und Wien-Umgebung zuständig. Das macht stolze 1.514 Quadratkilometer und 381.955 Einwohner, über 9.100 gewerbliche Betten und über 1.500 Betriebe.

Und wie viele Beschäftigte umfasst die Wienerwald-Tourismus GmbH?

Wir haben derzeit vier Beschäftigte, suchen aber jemanden für den Online/Grafik-Bereich und später auch noch für das Projekt Genusstouren. Unser Büro ist in Purkersdorf. Mein Büro ist vor allem im Auto. (lacht)

Wie viele Gäste besuchen pro Jahr die beiden Regionen? Wie viele kommen nur tagsüber, wie viele buchen Urlaube länger als eine Woche?
Die Region verzeichnet 567.000 Ankünfte und 1,5 Mio. Nächtigungen im Jahr. Damit liegen wird hinter der Region Donau auf Platz 2 aller sechs Tourismus-Regionen in NÖ. Die durchschnittliche Aufenthaltsdauer liegt bei 2,8 Tagen. Unsere nächtigungsstärksten Gruppen sind neben Gesundheit und Kur auch der Geschäfts- und Seminartourismus.

Welche touristischen Trends erlebt die Region?
Unser Ziel ist es, die Themenbereiche Genuss & Kultur sowie Natur & Erlebnis im Umfeld der Großstadt Wien zu forcieren. Wein und Kulinarik sind stark nachgefragt, die jährliche Genussmeile ist da ein ein richtiger "Treiber". Die Bereiche Natur und Sport könnten noch ausgebaut werden, etwa mit Mountainbike-Schwerpunkten. Die ganze Geschichte der Region ist Kultur und zieht schon vermehrt Gäste zu uns - so hat auch das Thema Kultur über den Aufführungsbereich hinaus Potenzial. Den Bereich Kur können wir nicht beeinflussen, wohl aber wollen wir Gesundheitsprävention stärker thematisieren.
Zur Genussmeile: Man hört Stimmen, dass die Genussmeile „Kebap- Cola- und Pizza-frei“ bleiben soll. Können Sie etwas gegen kulinarische „Unterwanderung“ tun?
Da wir der Veranstalter der Genussmeile sind, wird es so etwas nie geben … Da werden wir konsequent sein!

Und wie wird die Genussmeile mit der Registrierkassenpflicht zurechtkommen?
Da überlegen wir noch, welches System wir wählen. Wir müssen auch verhindern, dass die Rechnungsbons, die verpflichtend den Kunden ausgestellt werden müssen, die Genussmeile unerwünscht "verzieren".

Wo sehen Sie die Region in fünf Jahren?
Ich möchte vorab betonen, dass es sich um die Thermenregion-Wienerwald handelt. Der Einzelbegriff "Thermenregion" wird oft mit der Steiermark verwechselt - und Studien sagen auch, dass die eigene Bevölkerung nicht weiß, wo die Thermenregion ist. In fünf Jahren soll diese Begriffsverwirrung geklärt sein. Neben dem Ziel, einen einheitlichen Namen für die Region zu finden, wollen wir Weinbau & Tourismus stärker zusammenführen. Touristisch geht es uns nicht um massive Nächtigungs-Steigerung, sondern um stärkere Wertschöpfung. Den Betrieben muss auch was überbleiben.
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