"Oö. Landesausstellung 2012" – in Kürze wird eröffnet

     

Verbündet – verfeindet – verschwägert: Am 26. April 2012 wird die Bayerisch-Oberösterreichische Landesausstellung in Braunau/Ranshofen, Mattighofen und Burghausen eröffnet.

Am 26. April 2012 wird die Bayerisch-Oberösterreichische Landesausstellung in Braunau/Ranshofen, Mattighofen und Burghausen eröffnet. Es ist dies die 29. Landesausstellung in Oberösterreich. Oberösterreich ist damit neben Niederösterreich das einzige Bundesland, in dem Landesausstellungen seit Mitte der 60er Jahre immer noch regelmäßig abgehalten werden.

Die Landesausstellung steht unter dem Titel „Verbündet – Verfeindet – Verschwägert. Bayern und Österreich“ und dokumentiert die vielschichtigen Beziehungen zwischen Bayern und Österreich; mit besonderer Berücksichtigung der Herrscherhäuser ‚Habsburg‘ und ‚Wittelsbach‘.

Auf bayerischer Seite sind der Freistaat Bayern, vertreten durch das Haus der Bayerischen Geschichte sowie die Stadtgemeinde Burghausen und auf oberösterreichischer Seite die beiden Stadtgemeinden Braunau und Mattighofen die Partner.

Als Standorte der Landesausstellung 2012 fungieren in Oberösterreich das ehemalige Augustiner Chorherren Stift Ranshofen und die ehemalige Habsburgische Forstverwaltung Mattighofen - landläufig "Schloss Mattighofen" genannt. In Bayern wird die Ausstellung in der Burg zu Burghausen, eine der bedeutendsten, größten und am besten erhaltenen Burganlagen Deutschlands, gezeigt.

Die inhaltliche Konzeption dieser Landesausstellung wird auf oberösterreichischer Seite von Frau Dr.in Elisabeth Vavra, vom Institut für Realienkunde der Österreichischen Akademie der Wissenschaften, zusammen vorgenommen. Sie hat bereits mehrfach Erfahrung mit Landesausstellungen in Ober- und Niederösterreich.
Auf bayerischer Seite betreut das Haus der Bayerischen Geschichte, vertreten durch Herrn Dr. Wolfgang Jahn, zusammen mit Expertinnen und Experten aus dem Stadtarchiv Burghausen die wissenschaftliche Konzeption.

Für die Gestaltung der Ausstellung in Mattighofen zeichnet Herr Mag. Hans Kropshofer verantwortlich, das Ausstellungsprojekt in Braunau-Ranshofen gestaltet Herr DI Gerhard Abel zusammen mit Mag. Peter Vogel aus Linz.

Die Zielsetzung des Konzepts:
In dieser Landesausstellung wird das über viele Jahrhunderte gewachsene Verhältnis zwischen Bayern und Österreich vor dem Hintergrund historischer und alltagskultureller Parameter dokumentiert; gibt es doch mit den Bajuwaren gemeinsame Vorfahren. Konzept und Gestaltung sind deduktiv angelegt, leiten also von den großen historischen und politischen Ereignissen ab auf die lokale und regionale Ebene.

DIE THEMEN IM DETAIL:

Die Ausstellung in Burghausen:
Im Mittelpunkt der Ausstellung von Burghausen steht der Zeitraum vom 8. bis zum 14. Jahrhundert, der mit der bayerischen Expansion in der „marchia orientalis“ bis in den Raum südlich der Donau und östlich des Inns, also bis ins heutige Österreich, beginnt.
Gezeigt wird, wie Adel und Klerus diese Expansion unterstützten, dabei aber auch immer wieder Rückschläge und ein Scheitern erleben mussten.
Handel und Verkehr waren wichtige Indikatoren dieser Expansion und brachten somit den christlichen Glauben, kulturelle, politische und soziale Strukturen in das von der Expansion betroffene Gebiet.

Die Ausstellungen in Ranshofen und Mattighofen:
Im Sinne einer optimalen konzeptiven Vernetzung setzt sich die zeitliche Schiene der beiden oberösterreichischen Ausstellungen zur Mitte des 15. Jahrhunderts fort.
Die beiden Ausstellungsteile in Ranshofen und Mattighofen geben einen Überblick über die wichtigsten politischen Ereignisse und deren Auswirkungen auf die in beiden Ländern lebende Bevölkerung.

Neben den politischen Ereignissen, die auch aus der Sicht der Betroffenen dargestellt und kommentiert werden, liegt ein Akzent der Ausstellung auf den kulturellen Aktivitäten an beiden Höfen. Neben barocker Sinnenfreude, die ihren Ausdruck in prunkvollen Festen und Inszenierungen fand, bestimmte ein strenges Zeremoniell, das der Glorifizierung des jeweiligen Herrschers diente, das Leben bei Hof.

Konkret geht es daher in Ranshofen um folgende Themen:
• Kloster Ranshofen (Gründung, Funktion, Wertheimer, heute)
• Die politische Landkarte Europas im 17. Jahrhundert
• Die Osmanen - der gemeinsame Feind
• Das Spiel der Mächtigen - das Leiden der Opfer
• Der Kampf um das Erbe
• Alle Künste im Dienste der Mächtigen
• Kein Hof ohne Hofstaat – kein Hof ohne Zeremoniell
• Der Hof bittet zu Tisch
• Musik - ein kaiserlich-kurfürstlicher Zeitvertreib
• Jagd – ein höfisches Vergnügen
• Klöster im Dienste der Dynastien
• Wallfahren – Ein Akt der Demut und Repräsentation
• Bavaria sacra – Pietas Austriaca

Der Ausstellungsteil in Mattighofen deckt die politische Entwicklung von der Machtübernahme Napoleons bis zur Hochzeit Franz I. mit der Wittelsbacherin Karoline Auguste von Bayern am 10. November 1816 in Wien ab.

Konkret geht es daher in Mattighofen um folgende Themen:
• Napoleon – die Herausforderung
• Erster Koalitionskrieg 1792-1797
• Zweiter Koalitionskrieg 1799-1802
• Kaiserreich Österreich – 1804
• Dritter Koalitionskrieg 1805
• Das Königreich Bayern - 1806
• Fünfter Koalitionskrieg 1809
• Der Tiroler Volksaufstand - 1809
• Die russische Katastrophe – 1812
• Die Befreiungskriege - 1813
• Wiener Kongress
• Die Residenzen
• Die Gärten, der Forst – Liebe zur Natur
• Hoheiten privat

Die Fortsetzung der Zeitleiste bis zum Ende des 20. Jahrhunderts ergibt sich aus einer Sonderausstellung, die im Rahmen des Stadterlebnisweges in Braunau im Bezirksmuseum „Herzogsburg“ realisiert wird.

Bauliche Maßnahmen, Investment und Nachnutzung:
Die grenzüberschreitende Landesausstellung 2012 bedeutet für das westliche Oberösterreich sowie für den Bezirk Braunau im Besonderen einen gewaltigen Investitionsschub.
Für die bauliche Sanierung, Revitalisierung und Adaptierung des ehemaligen Klosters Ranshofen fallen Kosten in der Höhe von rund 9,4 Millionen Euro an. Davon werden 7 Millionen Euro aus dem Kulturressort und 2,4 Millionen Euro aus dem Gemeinderessort des Landes Oberösterreich getragen.
Die Kosten für die bauliche Sanierung, Revitalisierung und Adaptierung des Schlosses Mattighofen betragen 4,5 Millionen Euro.

Berücksichtigt man auch die Investitionen in Betrieb, Werbung, Personal und Rahmenprogramm in der Höhe von 4 Millionen Euro kann von einer regionalen Wertschöpfung zwischen 90 und 100 Millionen Euro ausgegangen werden.

Umfassendes Rahmenprogramm rundet die Ausstellung ab:
Ziel des Rahmenprogramms ist es, den Besucherinnen und Besuchern der Landesausstellung durch zusätzliche Veranstaltungen und Attraktionen einen möglichst kurzweiligen Aufenthalt in der Region zu bieten.

In rund 160 Veranstaltungen wird von zahlreichen Kulturschaffenden aus der Region ein umfassendes Programm – das von der bildenden Kunst über Literatur, Musik, Theater und Tanz bis hin zu volkskulturellen Aktivitäten reicht – geboten.

Als besondere Highlights seien hier nur beispielhaft angeführt: Die Stadt-Erlebniswege in Mattighofen und Braunau, hochkarätige Kirchenkonzerte in Altheim oder das Historienspiel unter dem Titel „Die arme Sünderin“ in der Oberinnviertler Gemeinde Lochen. In Mining gibt es den „3-Schlösser-Weg“ und der Riese von Lengau wird ebenfalls ein Thema im Rahmenprogramm sein.

Rad, Kultur und Natur – Freizeitangebote der Region im Fokus
Landesausstellungen bringen für die Region starke touristische Impulse. Ausstellungsbesucher/innen konsumieren als Ausflugsgäste neben dem Kauf der Eintrittskarte auch in der Gastronomie oder besuchen weitere Frei-zeitattraktionen in der Region.

Dadurch entsteht zusätzliche Wertschöpfung für die Tourismus- und Freizeitwirtschaft. Zudem ist, wie Erfahrungen aus der Vergangenheit zeigen, auch mit einem Anstieg des Nächtigungstourismus zu rechnen.

Innviertel kulinarisch:
Für das kulinarische Angebot zur Landesausstellung zeichnet die Wirtekooperation der „InnWirtler“ verantwortlich, die auf Initiative des OÖ. Tourismus und der Bezirksstelle Braunau der Wirtschaftskammer gegründet wurde.
In gemeinsamen Workshops haben 18 Gastronomen aus dem Bezirk Braunau die Traditionen der regionalen Küche aufbereitet. In den Fokus der InnWirtler rückt dabei das Sauerkraut als essentieller Teil der heimischen Beilagen-Kultur.
Bereits im Oktober 2011 haben die InnWirtler gemeinsam nach einem alten Rezept aus dem Jahr 1938 sieben Tonnen Sauerkraut eingelagert. Die Rohstoffe, vom Kraut bis zu den Gewürzen, sind ausschließlich regionalen Ursprungs.
Zum klassischen Innviertler Surspeckknödel mit Sauerkraut servieren die InnWirtler auch Bier aus der Region. Sechs Brauereien – Schnaitl, Raschhofer, Wurmhöringer und Uttendorfer im Innviertel sowie Müller Bräu und die Brauerei Schwendl in Bayern – pflegen in der Region die Bierkultur, die ebenfalls ins Rampenlicht gerückt werden soll. Sichtbares Zeichen ist die gemeinsame Bier-Box, in der alle sechs Bierspezialitäten gemeinsam angeboten werden.

Landesausstellung auf dem Fahrrad:
Ein Schwerpunkt im Ausflugsangebot rund um die Landesausstellung ist das Angebot für Radfahrer/innen. Dafür wurden die beschilderten Radwege im Bezirk großzügig erweitert.
Der Lückenschluss im Radweg zwischen Ibm und Mattighofen ermöglicht in Kombination mit den bestehenden Radwegen (Mattigtalradweg, Ibmer Moorradweg, Tauernradweg) Touren zwischen den drei Ausstellungsorten Braunau, Burghausen und Mattighofen.
Neben der neu beschilderten Ibmer Moorseentour wird erstmals eine Genussradtour angeboten. Dieser neue Radwanderweg schließt zahlreiche Sehenswürdigkeiten und 16 der 18 InnWirtler ein.
Mit Serviceangeboten für Radler/innen, vom Reparaturwerkzeug bis zum kostenlosen Auffüllen der Trinkflasche, verleihen die InnWirtler dem Thema Radfahren rund um die Landesausstellung zusätzlichen Rückenwind.
In Braunau, Burghausen und Mattighofen sowie in Franking und Hackenbuch wurden Radverleihstationen eingerichtet, an denen in Kooperation mit KTM neben klassischen Rädern auch E-Bikes zur Verfügung stehen.

Diese Angebote werden beispielsweise in einer neu gestalteten Freizeitkarte für Burghausen und den Bezirk Braunau zusammengefasst. Dieses Werbemittel wurde mit Unterstützung des OÖ. Tourismus produziert und steht in einer Auflage von 150.000 Stück zur Verfügung.

Natur und Kultur für Ausflugsgäste:
Auf diese Weise mit Infomaterial und einem fahrbaren Untersatz versorgt, können im ganzen Bezirk Braunau verschiedene Ausflugsziele angesteuert werden. Das Ibmer Moor zum Beispiel wird 2012 als Teil von „NATURSCHAUSPIEL.at“ mit kreativen Natur-Erlebnisprogrammen bespielt. In Franking sprechen Bauerngolf-Runden vor allem Familien an. In Mattighofen wird die Geschichte anhand des 1.000 Schritte Weges aufbereitet: Er verbindet zwölf Sehenswürdigkeiten und wird mittels 36 Audio Beiträgen zum Erlebnis. Eine Audio-Tour und Smartphone Apps sind ebenfalls Bestandteile des Projekts.
Ausflugsziele und Veranstaltungen in der Ausstellungsregion sind in einer gemeinsamen Informationsbroschüre von OÖ. Tourismus und Burghausen Touristik mit dem Titel „Rund um die Landesausstellung“ zusammengefasst.

Text und Fotos: Land OÖ
 auf anderen Webseiten Facebook Twittern Senden
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.

Meistgelesene Beiträge des Autors

280 Bilder

Hochwasser: Hausputz mit Hochdruck(reiniger)

Petra Höllbacher aus Braunau am Inn | am 02.06.2013 | 21767 mal gelesen

Die Lage hat sich entspannt. Dennoch gibt es für die Einsatzkräfte viel zu tun: Jetzt wird aufgeräumt. - Update Donnerstag, 16 Uhr: 13 Feuerwehren waren mit 150 Mann und 26 Fahrzeugen im Einsatz, um den "Auleuten" im Hochwassergebiet Ettenau beim Aufräumen zu helfen. Noch immer herrscht in diesem Gebiet Chaos. Schlamm, Sand, tote Tiere und noch immer Wasser zeichnen die Landschaft und die Häuser in dieser Region. Bis zu...

11 Bilder

Aus Müll werden Designermöbel

Petra Höllbacher aus Braunau am Inn | am 11.10.2012 | 3808 mal gelesen

Ein junger, kreativer Mininger macht aus Müll und Schrott, einzigartige und moderne Designteile. - ALTHEIM (höll). "Ich verarbeite von der alten Badewanne über die Europalette bis zum Ölfass sämtliche für Möbel nutzbare Altwaren", erklärt Peter Reiter-Stranzinger seine neue Geschäftsidee. Seit 2011 designt und produziert der 23-Jährige in Altheim Individualwände aus jeglichem Material: "Es waren schon Wandverkleidungen aus...

1 Bild

XXXLutz sucht in Braunau 130 Mitarbeiter

Petra Höllbacher aus Braunau am Inn | am 05.09.2012 | 3368 mal gelesen

Noch im September wird mit den Bauarbeiten begonnen – im Herbst 2013 werden Möbelix und XXXLutz eröffnet. - BRAUNAU (höll). In der Bauhofstraße entstehen ein 12.000 Quadratmeter großes Möbelhaus der XXXLutz-Kette sowie eine Filiale des Möbeldiscounters Möbelix mit rund 4.000 Quadratmetern Verkaufsfläche. "Mit dem Bau wird noch im September begonnen. Die Eröffnung wird dann im Herbst/Winter 2013 sein", berichtet Thomas...

Ähnliche Beiträge

1 Bild

Herbstsalon macht Pause: Nächste Ausstellung 2014

Petra Höllbacher aus Braunau am Inn | vor 16 Stunden | 33 mal gelesen

BRAUNAU. Seit 2008 fand der Herbstsalon Braunau-Simbach nach zehn Jahren Pause nun jährlich statt. Da sein "Stammhaus", das Schloss Ranshofen, wegen Umbauarbeiten und der Landesausstellung 2011 und 2012 nicht zur Verfügung stand, wichen die Künstler auf das Stadttheater aus. Heuer wollten sie wieder in Ranshofen ausstellen: "Jedoch verzögert sich der Rückbau nach der Landesausstellung um ein weiteres Jahr. Wir haben...

1 Bild

Ach, du dickes Ding

Petra Höllbacher aus Braunau am Inn | am 20.03.2013 | 97 mal gelesen

Im Innviertel leben die meisten Menschen mit Übergewicht innerhalb Oberösterreichs. - INNVIERTEL (höll). Mit einem durchschnittlichen Body-Mass-Index (BMI = Verhältnis zwischen Körpergewicht und Größe) von 25,9 sind die Innviertler Oberösterreichs dickste Bewohner. Bei den Männern liegt der durchschnittliche BMI bei 26,4 – bei den Innviertlerinnen bei 25,4. Ein Wert über 25 gilt als Übergewichtig. Der OÖ-Durchschnitt liegt...

1 Bild

Zehn Jahre Stadt Altheim

Petra Höllbacher aus Braunau am Inn | am 30.04.2013 | 94 mal gelesen

Der 10. Geburtstag der Stadt Altheim steht an – das muss natürlich ausgiebig gefeiert werden. - LTHEIM. Am 20. Juni 2003 erhielt Altheim die Stadterhebungsurkunde. Das ist beinahe zehn Jahre her. Grund genug, ausgiebig zu feiern. „Unser dreitägiges Jubiläumsfest findet von 21. bis 23. Juni statt. Dann ist Altheim als Stadt genau zehn Jahre alt“, freut sich Bürgermeister Franz Weinberger schon jetzt auf das große Fest. Den...