12.03.2016, 09:00 Uhr

Borkenkäferplage ernst nehmen

Vom Käfer befallene Fichten sterben ab. Regelmäßige Kontrolle ist wichtig. (Foto: Michael Reh)

Schädlinge müssen bekämpft werden, sonst droht weiterer Preisverfall

BEZIRK (ah). Sie sind uns durch die starken Schäden, die sie in unseren Wäldern anrichten, bekannt: die Borkenkäfer. Zur Eiablage bohren die Käfer Gänge zwischen Rinde und Holz. Bei uns haben sich zum Leidwesen aller Waldbesitzer vor allem der „Buchdrucker“ und nun vermehrt auch der „Kupferstecher“ bei den Fichten breitgemacht. Ihre Larven ernähren sich von den saftführenden Schichten des Baumes unterhalb der Rinde. Ein Befall führt zum Absterben des Baumes. Der Kupferstecher verursacht Schäden in der Wipfelregion, die oftmals erst nach der Fällung des Baumes erkennbar sind. Der Schadholzanfall hat sich im Vorjahr landesweit mehr als verdreifacht. Eine der Ursachen für das „Käferjahr 2015“ lag im extrem trockenen und heißen Sommer und Herbst. „Wir hatten aber auch ein sogenanntes Mastjahr mit sehr starkem Fichtenzapfenbehang. Das hat die Bäume viel Energie gekostet. Ein Mastjahr kommt alle zehn bis fünfzehn Jahre vor“, weiß Forstberater Jörg Eiblhuber von der Bezirksbauernkammer. Die Situation bleibt weiter angespannt.

Die richtige Bekämpfung

„Der milde Winter und die geringen Niederschläge lassen erhöhte Borkenkäferbestände befürchten.“ Ein Befall sollte nicht auf die leichte Schulter genommen werden. Das vergangene Käferjahr habe bereits einen Preisverfall bei Frischholz von rund 20 Euro pro Festmeter gebracht. Werden die Käfer nicht bekämpft, kann sich dieser Negativtrend weiter fortsetzen. Mit einem Irrglauben möchte Eiblhuber aufräumen. „Eine weite Lagerentfernung zum Wald oder die Lagerung am Hof sind keine wirkungsvollen Maßnahmen. Kupferstecher und Buchdrucker können nach dem Ausfliegen viele Kilometer durch den Wind verfrachtet werden." Restholz aus Schlägerungen oder Pflegemaßnahmen wird oft zur Trocknung im Wald oder in Waldnähe zwischengelagert. Bei warmen Temperaturen kommt der Borkenkäfer aber sprichwörtlich ins Schwärmen. Eiblhuber appelliert an eine mindestens wöchentliche Befallskontrolle. Vom Kupferstecher befallenes Wipfelmaterial und Äste müssen sofort gehackt werden. Vom Buchdrucker befallene Stämme müssen umgehend abtransportiert und entrindet werden. Kalken oder spritzen hilft hier wenig. Für Fragen zur Käferplage steht Jörg Eiblhuber unter 050/6902-3414 zur Verfügung, genauso wie die Bezirksförster der BH Braunau.
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