19.09.2016, 18:00 Uhr

So wird der Landwirt zum Alleskönner

Direktor Maximilian Mayer vor der LWBFS Burgkirchen, deren Internatstrakt über den Sommer saniert wurde.

In zwei Fachschulen werden unsere Landwirte ausgebildet. Deren Tätigkeitsfeld wird immer universeller.

BEZIRK (ebba). Die Landwirtschaft ist ein wichtiger Lebensmittelproduzent und Arbeitgeber. Der Bezirk Braunau verfügt über rund 6600 Landwirte mit 3000 Betrieben. Laut Statistik Austria sind 7100 familieneigene Arbeitskräfte in der Landwirtschaft tätig.

In den vergangenen Jahren hat sich das Berufsbild des Landwirts dabei stark verändert. "Das Computerzeitalter hat in der Landwirtschaft Einzug gehalten, Technisierung und Automatisierung statt schwerer Handarbeit sowie Bildung und Weiterbildung sind Wegbegleiter", erklärt Bundesrat Ferdinand Tiefnig, Obmann der Bezirksbauernkammer und des Bauernbundes im Bezirk. Ein Bauer muss heutzutage einiges an Fähigkeiten mitbringen. "Er muss Betriebsmanager sein. Zur handwerklichen und technischen Begabung muss er zudem auch im IT-Bereich ein Profi sein", weiß Tiefnig, der selbst einen Geflügelhof in Gilgenberg besitzt.

Um die "Landwirte von Morgen" auf all diese notwendigen Kompetenzen entsprechend vorzubereiten, gibt es in Burgkirchen und Mauerkirchen zwei innovative Landwirtschaftsschulen für Buben und Mädchen. "Die Landwirtschaftsschule in Burgkirchen bereitet junge Menschen auf den Beruf Landwirt vor, gibt zusätzlich Einblick in zahlreiche Berufssparten, ist somit also auch eine Vorbereitung für andere Berufe", erklärt Tiefnig.

An Hofübernehmern dürfte es im Bezirk eigentlich nicht fehlen: "In beiden Schulen kommen jährlich mehr Anfragen von Schülern, als aufgenommen werden können", verweist der Bauernbundobmann. "Vor allem bei unserer Abendschule für Erwachsene, die auf dem zweiten Bildungsweg eine landwirtschaftliche Ausbildung nachholen wollen, ist die Nachfrage sehr groß", erzählt Maximilian Mayer, Schuldirektor in Burgkirchen.

Für eine FH im Innviertel

Mit einer Agrar-Fachhochschule (FH) in Reichersberg (Bezirk Ried) will Landesrat Max Hiegelsberger das landwirtschaftliche Bildungsangebot im Innviertel weiter ausbauen. Der Standort ist jedoch noch nicht fix. "Wir haben aber das Glück, dass auf bayerischer Seite auch großes Interesse besteht und Reichersberg zu den Gebäuden auch die Versuchsflächen für die praktische Anwendung bietet. Im Bundesrat haben wir 2012 eine Studie erstellen lassen, die zeigt: In Regionen, in denen höhere Bildungseinrichtungen in Einklang mit Industrie und Wirtschaft vorherrschen, findet Wachstum und Zuwanderung statt. Daher bin ich für eine FH im Innviertel", sagt Bundesrat Tiefnig.

Ausbildung sehr technisch

Landtechnik, Futtermittelproduktion, Pflanzenbau, Agrarhandel und -marketing wären mögliche Studienrichtungen der FH. Als Schwerpunkt käme Agrar-Ökonomie 4.0, wo es um Ackerbau per Satellitensteuerung oder Düngung und Fütterung nach Computeranalyse geht, in Frage. „Angestrebt und gewünscht werden natürlich sowohl Bachelor- als auch Masterstudiengänge“, so Hiegelsberger.

Der Agrar-Landesrat ortet vielfältige Berufschancen nach Abschluss der Agrar-FH: „Gerade in Oberösterreich, dem Agrarbundesland Nummer eins, gibt es eine Vielzahl von Möglichkeiten im Bereich der Land- und Forstwirtschaft, dem Agrargewerbe oder dem ländlichen Dienstleistungsbereich. Aufgabenfelder können von der Produktentwicklung, über die Spezialberatung der Agrarindustrie, die Forschung und das Qualitätsmanagement bis in die Lebensmittelindustrie reichen.“
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