19.04.2016, 23:08 Uhr

Kunst, die Schaden bringt

Weniger bunt, dafür seit Jahren vorhanden: Der Bahnübergang in Bad Deutsch Altenburg.

Graffiti wird als Kunst bezeichnet. Die mit dieser Kunst unfreiwillig Konfrontierten finden andere Worte.

BEZIRK (bm). Früher sah man sie nur in Krimis aus New York, heute sind sie weit bis in die entlegensten Gebiete vorgedrungen. Graffitis verursachen jährlich einen Schaden in Millionenhöhe. Die Sprayer hinterlassen ihre "Kunstwerke" und Unterschriften (Tags) an Hauswänden, S-Bahnen oder Brücken.

Graffiti am Brucker Rathaus

Im Zuge der Umbaumaßnahmen des Brucker Rathauses wurde die Baustelle mit OSB-Platten verkleidet, auf Initiative von Bürgermeister Hemmer und Grünen-Chef Roman Kral durfte sich Sprayer "el jerrino" auf der unbefleckten Verkleidung verewigen. Vorab hielt der "Meister" noch in der Bruckneudorfer erbse einen Graffiti-Workshop ab. Das Ergebnis war ein farbenfrohes Bild, das rund 18 Monate den Brucker Hauptplatz zierte.

ÖBB weniger "zufrieden"

"Der Reiz am Verbotenen ist laut den Aussagen der Sprayer das häufigste Motiv", sagt ÖBB-Sprecher Chirstopher Seif. Die Gefahren sind den meist vermummten Sprayern zwar bekannt, aber dann doch relativ egal: Züge mit hoher Geschwindigkeit, Oberleitungen mit über 15.000 Volt und jede Menge andere Hindernisse.

Gerichtliches Nachspiel

Wird ein "Künstler" mit der Spraydose erwischt, so erwarten ihn neben der Wiedergutmachung in Form von Begleichung der Reinigungskosten eine Haftstrafe und saftige Geldstrafen von bis zu 360 Tagsätzen.

ZUR SACHE:
Im Jahr 2014 gab es im Bezirk Bruck an der Leitha sieben angezeigte Fälle, aufgeklärt wurde jedoch keiner. Im Vorjahr 2015 stieg die Anzahl der angezeigten Graffiti-Delikte auf 18 Fälle, die Aufklärungsquote allerdings stieg auf 11,1 Prozent.
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