24.03.2016, 12:33 Uhr

Ostern naht

Sommerein: Koller | Sehr geehrte Damen und Herren

Als beliebtestes und gebräuchlichstes Requisit der Osterbräuche gilt der Osterhase. Er ist aber als österlicher Eierbringer erst seit Mitte des 17. Jahrhunderts bekannt. Erste Belege für den Osterhasen aus dem Jahre 1678 sind von Georg Franck von Franckenau, einem Medizinprofessor aus Heidelberg überliefert. Schon in der Reformationszeit machten evangelische Familien den Osterhasen zum Eierlieferanten
um den Auswüchsen des katholischen Osterglaubens zu begegnen. Wie kam jedoch die Verbindung zwischen Ostern und Hase zustande ? Der Hase gilt als Mondtier. Das Osterfest fällt immer auf den ersten Sonntag des Frühlingsvollmondes. Zudem ist der Hase das Sinnbild der Fruchtbarkeit. Er ist der Liebesgöttin Aphrodite und der Fruchtbarkeitsgöttin Ostera als heiliges Tier zugeordnet. Außerdem beweist der Hase selbst seine Fruchtbarkeit durch seine starke Vermehrung.

Da der Hase im Frühling auf der Suche nach Nahrung in die Nähe der Gärten und Häuser der Menschen kommt und Ostereier keine gewöhnlichen Eier sind, war es naheliegend, den Hasen für die Ostereier verantwortlich zu machen. Der Hase wurde früher auf österlichen Bildbroten gelegentlich neben einem Ei abgebildet. Übrigens im Mittelalter galt der Gründonnerstag für Schuldner als Abgabe- und Zinstermin an die Gläubiger. Mit der letzten Entrichtung von Zins und Abgaben war - zumindest für einen Monat - der Schuldner frei bis das neue Schuldenjahr begann. Der freie Schuldner wurde mit einem Hasen verglichen, der nicht vom Hund gehetzt wurde. Eine andere Überlieferung (das Haushaltsbuch eines Domherrn aus Speyr) gibt an, das die Gläubiger nicht nur mit Eiern, sondern auch mit Hasen bezahlt wurden.

Da die Henne als Eierbringer nicht glaubhaft erschien, da sie keine bunten, verzierten Eier legen konnte und der Hase ihr gegenüber flinker ist, wurde der Hase von den Eltern gegenüber den Kindern zum Ostereierlieferanten gemacht. Ein kleiner Hase ist zudem wesentlich niedlicher als ein Huhn. Da die Erwachsenen das Geheimnis des eierlegenden Langohrs so lange wie möglich vor ihrem Nachwuchs zu hüten versuchten, kam es zum Versteckspiel, sollte er doch bei seiner widernatürlichen Tätigkeit des Eierlegens nicht beobachtet werden können. Erst seit der Erfindung des Osterhasen werden Ostereier deshalb versteckt. Heutzutage kommt der Osterhase am Ostersonntag zu den Kindern und versteckt nicht nur Ostereier sondern auch Süßigkeiten und Spielzeug.
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Petra Maldet aus Neunkirchen | 24.03.2016 | 13:31   Melden
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Alois Knopper aus Klagenfurt | 24.03.2016 | 14:22   Melden
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Josef Koller aus Bruck an der Leitha | 25.03.2016 | 11:04   Melden
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