25.03.2016, 13:07 Uhr

Chromatisch oder eher diatonisch?

Herbert Rust in seinem Element. Beim Instrumentenbau ist das kleinste Detail von großer Bedeutung. (Foto: Pashkovskaya)

Herbert Rust aus der Fölz in Thörl und das unendliche Wissen über Hackbretter.

Siebzig Mal war Herbert Rust als Bergführer am Großglockner. Von seiner Werkstatt in Thörl schaut der passionierte Bergsteiger direkt auf den Fölzstein. Redet er über seinen Beruf, dem Bau von Hackbrettern, dann hat der Herbert Rust keinen Blick für die Berge übrig. Dann gibt es nur die Wissenschaft des Hackbrett-Baues.
Herbert Rust versorgt Kunden aus der ganzen Welt mit seinen selbstgebauten Hackbrettern. Aktuell baut er an einem Appenzeller Hackbrett für einen Vorarlberger Musiklehrer. Er hat schon italienische Salterio gebaut, ebenso das Weißrussische Zymbal. "Das Salterio beispielsweise habe ich mir in einem Museum in Nürnberg angeschaut und anschließend nachgebaut", erzählt Herbert Rust. In seinem Schauraum hat er fertige Modelle von chromatischen und diatonischen Hackbrettern stehen. Jedes Instrumententeil ist handgefertigt, sogar der dazupassende Schlegel.

700 Hackbretter gebaut
Für eine Extraanfertigung muss man bei Herbert Rust schon eine Wartezeit bis zu einem halben Jahr in Kauf nehmen. Sucht man sich eines der Schaustücke aus, kann man es sofort mitnehmen. Rund 700 Hackbretter hat der gelernte Maschinenbauer seit seiner Selbstständigkeit im Jahr 2002 gebaut. Die Produktionsschritte wurden immer ausgefeilter. Sogar ein Nachklang-Testgerät hat sich Herbert Rust in Zusammenarbeit mit der Klang-Universität Wien entwickeln lassen.
Jetzt mit 67 Jahren will Herbert Rust mit dem Bauen von Hackbrettern aufhören. "Ich bin auf der Suche nach einem Nachfolger."

Hoffentlich findet sich jemand, dieses unglaubliche Wissen darf nicht ungenutzt bleiben.

Herbert Rust wurde fotografiert von Katarina Pashkovskaya
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