15.03.2016, 00:00 Uhr

Förster-Fabrik mit langer Tradition

Anton Aldrian ist seit 15 Jahren Direktor an der HBLA für Forstwirtschaft in Bruck.

Die HBLA für Forstwirtschaft in Bruck an der Mur ist die einzige ihrer Form in ganz Österreich.

Kommunikativ, naturverbunden, verantwortungsbewusst und entscheidungsfreudig – wer ein guter Förster sein will, braucht neben den genannten Grundvoraussetzungen vor allem eines: fachliche Kompetenz. Eine gute Ausbildung dafür ist also unumgänglich, aber nicht so leicht zu finden. Denn die einzige Schule in ganz Österreich, in der die Ausbildung zum Förster mit Matura möglich ist, ist die HBLA für Forstwirtschaft in Bruck an der Mur. Bereits im Jahr 1900 gegründet, hat die Schule viele Höhen und vor allem auch Tiefen miterlebt: zwei Weltkriege, Wirtschaftskrisen und Umweltkatastrophen hinterließen ihre Spuren, aber auch Reformen im Schulsystem führten zu Umbildungen. Dennoch, oder gerade deshalb, steht die Schule in ihrer heutigen Form so stark da. "Unsere Schüler kommen aus ganz Österreich und sind als Absolventen in sehr vielen Bereichen gefragt", merkt Direktor Anton Aldrian stolz an, wobei der Anteil jener, die danach studieren gehen, zwischen 30 bis 40 Prozent liegt.

Frauenanteil: zehn Prozent

Rund 400 Schülerinnen und Schüler (der Anteil der Mädchen beträgt derzeit rund zehn Prozent) werden aktuell von 52 Lehrkräften unterrichtet; 300 Schüler davon sind im Schülerheim untergebracht. Der Schulbesuch ist grundsätzlich in zwei Formen möglich: entweder in der fünfjährigen Form oder in Form des dreijährigen Aufbaulehrganges, beide schließen mit Matura ab. Bei der Langform gibt's jährlich 50 bis 60 Absolventen, den Aufbaulehrgang schließen pro Jahr meist an die 30 Schüler ab.

Praxisorientierter Unterricht

Der Unterricht ist so gestaltet, dass die Schüler zumindest einen halben Tag pro Woche im Wald, im Labor bzw. bei Versuchen verbringen. Zusätzlich zur Forstausbildung gibt's eine Jagd- bzw. Fischereiausbildung. "Uns ist es wichtig, dass die Schüler ein sehr breit gestreutes Wissen vermittelt bekommen und lernen, mit Hausverstand an die Dinge heranzugehen. Einzigartig an unserer Schule ist sicherlich die Verbindung zwischen Allgemeinbildung, technischer Ausbildung, kaufmännischer Ausbildung und Ökologie", so Aldrian.
Das wissen auch die künftigen Schüler. Jährlich gibts daher weit mehr Bewerber als angenommen werden können. Ein schuleigenes Aufnahmeverfahren, das sich an den bisherigen Schulleistungen orientiert und diese wertet, entscheidet darüber, wer aufgenommen wird. Aber warum entscheiden sich so viele junge Menschen für diesen Beruf? Direktor Aldrian: "Das liegt einerseits sicherlich an den vorhin genannten vier Säulen unserer umfassenden Ausbildung, andererseits aber auch daran, dass es dazu die Matura gibt, man kann mit und in der Natur arbeiten, aus der Natur etwas herauswirtschaften sowie die Natur nachhaltig nutzen. Der Beruf der Försters ist zwar aufgrund der Veränderungen durch Klima, Umweltkatastrophen, usw. sehr komplex, aber dafür umso spannender und herausfordernder."
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