11.07.2016, 08:17 Uhr

Vom AMS direkt in die Chefetage

"Fachpraxis Kieselstein": Martina Hölbling und Silke Tanzmeister. (Foto: privat)

Martina Hölbling und Silke Tanzmeister haben als Selbstständige einen neuen Start hingelegt.

Über 500 Steirer haben im Vorjahr den Weg von der Arbeitslosigkeit direkt in die Selbstständigkeit beschritten. Damit haben sie nicht nur sich selbst einen Job geschaffen, sondern auch noch 51 anderen Menschen, die sie nun als Mitarbeiter beschäftigen. Ermöglicht wurden diese start-ups durch das Unternehmensgründungsprogramm des AMS, das österreichweit seit über zehn Jahren eine Alternative zur ewigen Jobsuche für Arbeitslose darstellt – und das durchaus erfolgreich: So bestehen zwei Drittel der gegründeten Unternehmen auch nach fünf Jahren noch.
Ein besonders positives Beispiel dafür sind Martina Hölbing und Silke Tanzmeister, die nun im Bereich "Pflege" eigene Wege gehen. "Wir haben beide vorher in der Langzeitpflege gearbeitet und wussten so von den Problemen der Angehörigen zu Hause, welch Schwierigkeiten sie vor dem Heimaufenthalt schon meistern mussten. Sehr oft berichteten sie uns, wie allein gelassen und überfordert sie zu Hause waren und dass es keinen Ansprechpartner für 'alles' gibt", so die beiden über ihre anfängliche Motivation. Bald war also klar, dass hier etwas unternommen werden muss. "Der endgültige Entschluss fiel, als wir vom Unternehmungsgründungsprogramm des AMS erfuhren und wir beschlossen, unsere Idee vorzustellen. Nach dem unser Vorhaben auf fruchtbaren Boden fiel, entstand der Weg langsam im Gehen." So entstand "Kieselstein", eine Fachpraxis für Demenz und Hospizbegleitung.
Nach anfänglichen Unsicherheiten fanden die beiden schnell ihren Weg, auch dank AMS: "Die Vorbereitung in diesem Programm ist sehr gut und erleichtert einen den Weg in die Selbstständigkeit enorm. Ein gr0ßer Vorteil war und ist, dass wir zu zweit sind und so alles aufteilen können und das Risiko zu zweit getragen wird."

Die Voraussetzungen

Aussicht auf Erfolg ist eines der wesentlichen Kriterien, die entscheiden, ob jemand beim AMS-Programm teilnehmen kann; man darf zudem nicht zu hoch verschuldet sein, sollte die nötige Qualifikation mitbringen, aber noch nicht im angestrebten Bereich selbstständig gewesen sein. Eine externe Unternehmensberatung beurteilt schließlich den Business Plan. "Erst nach einem insgesamt positiven Befund ist ein Einstieg in das Gründungsprogramm möglich", erläutert AMS-Geschäftsführer Karl-Heinz Snobe. Während der Gründungsphase von sechs Monaten bezieht der potenzielle Gründer Arbeitslosengeld, absolviert eventuell nötige Zusatzqualifikationen und ist versichert.

Ein sehr bunter Mix

Der Mix der Branchen, die jene Steirer, die 2015 am Unternehmensgründungsprogramm teilgenommen haben, für ihre Selbstständigkeit gewählt haben, ist durchaus bunt: Zugpferd Nummer eins sind private Dienstleistungen – 30 Prozent entschieden sich beispielsweise für eine Karriere als Masseur oder Berater – gefolgt von Gewerbe und Handwerk. An dritter Stelle rangiert der Handel, der für 14 Prozent der Jungunternehmer attraktiv war. Nicht ganz ausgewogen ist das Geschlechterverhältnis: 535 der vom AMS begleiteten Unternehmensgründer waren 305 Männer und 230 Frauen.
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