18.05.2016, 10:33 Uhr

Steirer zahlen bei Wahlärzten ordentlich drauf

Setzt sich für mehr Patientengerechtigkeit ein: Ärztekammer-Vizepräsident Martin Georg Millauer. (Foto: Mediendienst Furgler)

Ungerecht: Bei gleichem Einkommen bekommen Wiener ASVG-Versicherte mehr refundiert als die Steirer.

1.200 Wahlärzte stehen in der Steiermark 983 §-2-Kassenärzten gegenüber. Daraus ergibt sich zwangsläufig, dass die Patienten sich auch vermehrt an das Wahlarztangebot wenden – im festen Glauben, nach der Behandlung ohnehin die 80 Prozent des Kassentarifs rückerstattet zu bekommen. Doch das ist ein Irrglaube, bewegen sich die von der Gebietskrankenkasse (GKK) Steiermark übernommenen Kosten teilweise im Bereich der Lächerlichkeit: So liegt der Ärztekammer ein Fall vor, bei dem von 100 Euro "heiße" ein Euro und 30 Cent refundiert wurden, wie der Vizepräsident der Ärztekammer Martin Georg Millauer berichten kann.

Jede Versicherung rechnet anders

Der Anspruch auf einen Rückersatz von 80 Prozent des jeweiligen Kassentarifs steht im ASVG. Einige Kassen bezahlen ihn ihren Versicherten auch, etwa die Wiener Gebietskrankenkasse, die Sozialversicherungsanstalt der Bauern (SVB) oder die Sozialversicherungsanstalt der Gewerblichen Wirtschaft (SVA). Die Versicherungsanstalt für Eisenbahnen und Bergbau refundiert sogar 86 Prozent.
Andere, wie die steirische GKK, haben einen Weg gefunden, in vielen Fällen weit weniger als 80 Prozent rückzuerstatten. Indem sie nämlich Limite und Degressionen fiktiv hinein rechnet. So kann es vorkommen, dass Versicherte weit weniger des Kassentarifs zurückbekommen. Die genauen Berechnungsgrundlagen sind nicht öffentlich. Die Beiträge der Versicherten sind aber fixer Bestandteil der Abzüge vom Einkommen. Hier gibt es keine Unterschiede zwischen Wienern und Steirern.
Dieser Ungerechtigkeit haben sich nun sowohl die steirische Arbeiterkammer als auch die Ärztekammer angenommen und versuchen mit der Initiative „Gerechtigkeit für Patienten durchsetzen“ dafür zu sorgen, dass alle Patienten "gleich bewertet werden". Unterstützen kann man diese Initiative mit einem einfachen Klick.
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