13.07.2016, 20:34 Uhr

Weißer Germer weit verbreitet auf der Mitterboden- Grau- und Leiten-Alm

Der weiße Germer ist, wenn er blüht zwar nett anzusehen, da er aber den Boden stark auslaugt, sollte er gezielt bekämpft werden.
Gollrad: Mitterboden Alm | Der weiße Germer ist, wenn er blüht zwar nett anzusehen, da er aber den Boden stark auslaugt, sollte er gezielt bekämpft werden.

"Der Weiße Germer (Veratrum album), auch Weiß-Germer genannt, ist eine Pflanzenart aus der Familie der Germergewächse (Melanthiaceae). Er wird auch als Nieswurz, Hammerwurz, Hemmer(t)wurzn, Lauskraut oder Lauswurz bezeichnet.

Der Weiße Germer wächst als ausdauernde krautige Pflanze und erreicht Wuchshöhen von 50 bis 150 Zentimetern. Die Wurzel ist innen weiß. Die Laubblätter sind wechselständig, schraubig, fast dreizeilig angeordnet. Die untersten Laubblätter sind breit oval und sind bis zu 20 Zentimeter lang, die oberen sind lanzettartig. Alle Blätter sind tief gefurcht und den Stängel umfassend.

Der Weiße Germer blüht erst nach einigen Jahren vegetativen Wachstums. Die Blütezeit reicht von Juni bis August. Der vielblütige, rispige Blütenstand ist etwa 50 Zentimeter lang. Die Trichterblüten sind 12 bis 15 Millimeter groß und weiß, grünlich oder gelblich. Besonders bei Sonnenschein duftet die Pflanze sehr aufdringlich.

Das Verbreitungsgebiet von Veratrum album umfasst die Alpen und deren Vorland, den Apennin und Osteuropa. Als Standort werden feuchte Wiesen, Weiden, Lager, Hochstaudenflure und Flachmoore von der Tallage bis in eine Höhenlage von etwa 2700 Metern bevorzugt. In Österreich hat Veratrum album einen hohen „Verbreitungsgrad“.

Die Erstveröffentlichung von Veratrum album erfolgte 1753 durch Carl von Linné.

Es existieren zwei Unterarten:
Veratrum album subsp. album: mit weißlichen Blüten und grünen Nerven.
Veratrum album subsp. lobelianum (Bernh.) Arcang.: mit gelblich-grünen Blüten und dunkler grünen Nerven.

Verwechslung

Der Weiße Germer kann in nicht blühendem Zustand mit dem Gelben Enzian (Gentiana lutea) verwechselt werden, dessen Blätter aber kreuzgegenständig angeordnet sind.

Die Pflanze ist auch für Insekten giftig und wurde früher zur Lausbekämpfung bei Mensch und Tier benutzt. In der Antike wurde die Pflanze als Mord- sowie als Pfeilgift genutzt. Medizinisch fand der Weiße Germer als Mittel gegen Bluthochdruck Verwendung. Wegen der sehr hohen Giftigkeit wird die Pflanze heute nur noch in der Homöopathie genutzt.

Der neuseeländische Toxikologe Leo Schep vom „New Zealand’s National Poisons Centre“ behauptet in einer Studie, dass eine Vergiftung durch den Weißen Germer die wahrscheinlichste Ursache für den Tod Alexander des Großen war. Der Weiße Germer wurde von den Griechen als pflanzliches Mittel zur Herbeiführung von Erbrechen fermentiert. Dies könnte erklären, warum es zwölf Tage dauerte, bis er starb." (Quelle Wikipedia)

Veratrum album ist sehr giftig. Der Alkaloidgehalt nimmt mit steigender Höhe des Pflanzenstandorts ab. So beträgt er auf etwa 700 m rund 1,5 Prozent und sinkt bei Pflanzen in den höchsten Lagen (etwa 2500 m) auf 0,2 Prozent. Ob durch den Klimawandel der Alkaloidgehalt mit steigender Höhe steigt, ist mir nicht bekannt.

Das erfahrene Großvieh rührt diese giftige Pflanze nicht an, doch gehen an ihr immer wieder Kälber zugrunde. Wenn durch den Klimawandel der Alkaloidgehalt mit der Höhe steigt, dann könnten künftig vermehrt Kälber nach dem Fressen von Weißem Germer zu Schaden kommen oder sogar getötet werden.

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Kaller Walter aus Innsbruck | 13.07.2016 | 21:22   Melden
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Petra Maldet aus Neunkirchen | 13.07.2016 | 23:14   Melden
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Harald Schober aus Weiz | 14.07.2016 | 20:46   Melden
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Huberta Steinscherer aus Mürztal | 15.07.2016 | 06:21   Melden
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Harald Schober aus Weiz | 15.07.2016 | 20:55   Melden
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Harald Schober aus Weiz | 15.07.2016 | 20:58   Melden
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Huberta Steinscherer aus Mürztal | 15.07.2016 | 20:59   Melden
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Harald Schober aus Weiz | 01.08.2016 | 21:20   Melden
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Huberta Steinscherer aus Mürztal | 02.08.2016 | 09:24   Melden
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Harald Schober aus Weiz | 02.08.2016 | 21:15   Melden
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