13.04.2016, 11:11 Uhr

Weiterer Angriff auf die Wirtschaft

Mit ihrem Protest gingen die Unternehmer Erwin Fuchs, Johann Huber und Franz Skazel in Bruck auf die Straße. (Foto: Endthaler)

In Bruck gingen Wirtschaftsvertreter und Unternehmer gegen die Mega-Maut auf die Straße.

von Sigi Endthaler

In der Region Bruck-Mürzzuschlag startete die Wirtschaftskammer ihre Protest- und Aufklärungskampagne gegen eine von den Bundesländern geplante flächendeckende Maut. Neben Autobahnen und Schnellstraßen soll auf allen Landes- und Gemeindestraßen eine zusätzliche Maut für Fahrzeuge über 3,5 Tonnen eingeführt werden.
"Ein weiterer Angriff auf regionale Wirtschaft und Bevölkerung", warnt WKO-Regionalstellenobmann Erwin Fuchs und trug den Protest mit Regionalstellenleiterin Martina Romen-Kierner, StV. und Malermeister Franz Skazel sowie Unternehmer Johann Huber auch auf die Straße. An der Brucker Kreuzung Grazer Straße/Brandstetterstr. wurden an die Autofahrer Infomaterial und Folder verteilt.

Mehrbelastung 77 Euro

Vor allem Güterbeförderung und Nahversorgung durch Kleinzulieferer in den Regionen abseits der Durchzugsstraßen wären von der flächendeckenden Maut betroffen. Das würde auch unmittelbar zu einer Produktverteuerung für den Konsumenten (laut einer Studie mit 77 Euro Kosten pro Jahr für jeden Österreicher) führen. Jeder gefahrene Kilometer würde sich um 30 Cent verteuern, was pro Jahr eine Mehrbelastung für die Wirtschaft von 650 Millionen Euro ergäbe.
"Schon jetzt beträgt die Mautbelastung in Österreich pro gefahrenen Kilometer 39,9 Cent. In Deutschland sind es 15,6, in Italien rund 18 Cent", zieht Spediteur Johann Huber einen Vergleich, der den wirtschaftlichen Nachteil für heimische Unternehmen deutlich macht.
"Der Staat muss lernen, mit seinem vielen Geld auszukommen anstatt ständig neue Steuern zu erfinden", kritisiert Regionalstellen-Obmannstellvertreter Franz Skazel, "der Verkehrsbereich ist ein gutes Beispiel. Die Steuereinnahmen daraus sind in den letzten zehn Jahren um 131 Prozent gestiegen, die Ausgaben für den Straßenbau aber um sechs Prozent gesunken. Geld, das offenbar zum Stopfen diverser Budgetlöcher verwendet wurde". Die Unternehmer machen jedenfalls mobil, die Informations- und Protesttour führt durch die gesamte Steiermark.
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