01.04.2016, 18:10 Uhr

Der Wolf im Schafspelz oder umgekehrt?

Kurator Karlheinz Wirnsberger (Mitte) mit Werner Schrempf und Diana Brus, die die Ausstellung gestaltet haben.

Das Landesmueseum Joanneum zeigt im Jagdmuseum Stainz eine Sonderschau rund um den Wolf in all seinen Fassetten.

STAINZ. Ist das nun der Wolf im Schafspelz oder das Schaf im Wolfspelz? Mit dieser schon einmal irritierenden Frage wird der Besucher bei der aktuellen Sonderschau rund um den Wolf im Jagdmuseum auf Schloss Stainz konfrontiert. Beide Varianten als modernes Verwandlungskunststück von Tim Ulrichs verblüffen hier gleich am Eingang dieser Sonderschau, die morgen, am 2. April, mit einer Vernissage eröffnet wird.
"Der Wolf ist ein heißes Thema", so Museumsleiter des Jagdmuseums Stainz und Kurator der Sonderausstellung Karlheinz Wirnsberger bei einem Presserundgang gemeinsamt mit HR Wolfgang Muchitsch, Direktor des Universalmuseums Joanneum, und ergänzt: "Und dass, obwohl wir eine Insel der Seligen sind, da durch Österreich gerade einmal nur einige wenige Jungtiere durchziehen." Der Wolf gilt in Österreich sogar als ausgestorben.

Viele Aspekte - vom Raubtier bis zum Opfer

Und das Staunen geht weiter: Gleich im ersten Raum flößt ein Wolfszahn in einer diffus beleucheten Vitrine Ehrfurcht ein, der zwischen 15.000 und 30.000 Jahre alt sein dürfte.
Zu sehen bekommt das Publikum eine insgesamt breite Palette an Themen rund um den Wolf von seiner kulturhistorischen und wissenschaftlichen Aufarbeitung bis hin zu wertvollen Darstellungen der Grazer Künstlerin Norbertine von Bresslern-Roth und anderen jagdlichen Szenen, wie z.B. von Friedrich Gauermann.

Der Wolf ist überall

Einer Folterkammer ähnelt der Raum rund um die Bejagung des Wolfes mit der Wolfsangel als wohl grausamstes Foltergerät, in dass sich ein Tier verbeißen kann. Beleuchtet wird außerdem die Beziehung zwischen Wolf und Mensch, der ja den Hund daraus domestiziert hat. Der Wolf ist als Symbold des Bösen regelrecht missbraucht worden von der griechischen Mythologie über die weit verbreiteten Märchen (man denke nur an "Rotkäppchen") bis hin zum Mythos des Werwolfes bzw Mannwolfes, der im Dritten Reich einen katastrophalen Höhepunkt erreichte.

Der Wolf als Mutter

Aber auch die fürsorgliche Mutter unter den Wölfen wird beleuchtet z.B. bei der Gründergeschichte Roms, in der ja Romulus und Remus von einer Wölfin genährt worden sind, oder im "Dschungelbuch" von Walt Disney mit dem von einer Wölfin behüteten Menschenjungen "Mogli" als Hauptdarsteller.


Interaktion mit dem Publikum

Somit ist also für jeden etwas dabei: Aktiv einbezogen ist das Publikum von Touch-Screens bis hin zum Abhören der verschiedensten Vertonungen des Musikstückes "Peter und der Wolf" des Russen Sergei Prokofjew. "Auch ein Kinder und Jugend-Programm ist in Ausarbeitung", so Wirnsberger.

Die Ausstellung ist bis 31. Oktober zu sehen, Dienstag bis Sonntag jeweils von 10 bis 17 Uhr.

www.jagdmuseum-stainz.at
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