23.06.2016, 14:56 Uhr

Initiative der EU soll Jugendlichen das Rauchen vermiesen

Raucher nehmen ihr Risiko bewusst in Kauf, meint Melanie Spari

Seit kurzem sind Schockbilder auf der Zigarettenpackung Pflicht.

Der Beschluss der Europäischen Union stammt schon aus dem Frühjahr 2014, nunmehr erlangt er in allen Mitgliedsländern Rechtskraft. Worum geht es? Die EU hat es sich zum Ziel gesetzt, Jugendliche vom Rauchen abzuhalten. Untersuchungen zeigen, dass 95% der Raucher vor dem 25. Lebensjahr zu rauchen beginnen. Mit verheerenden Folgen: 700.000 Menschen in Europa fallen jährlich der Droge Nikotin zum Opfer. Österreich nimmt einen europäischen Spitzenplatz im Tabakkonsum ein.
Bilder sagen mehr als tausend Worte. Dieser Erkenntnis nimmt sich die EU-Kommission an, wenn sie ab sofort den Aufdruck von Schockbildern auf Zigarettenpackungen vorschreibt. Die Größe der Bilder? Mindestens zwei Drittel der Packungsvorderseite.
Wie reagieren Trafikanten auf den Vorstoß? "Es gibt bereits Abdeckhüllen", glaubt Melanie Spari aus Stainz recht wenig an die gewünschte Wirkung. Im Gegenteil: Sie befürchtet, dass unter Jugendlichen ein Wettstreit um das "schiachste" Foto einsetzen wird. Die Vorschrift, dass das Foto im Geschäft gut sichtbar sein muss, bringt sie zudem in Zugzwang: Sie muss ihre Regale zur Gänze austauschen.
Gelassen sieht Helmut Schauer, der Nichtraucher-Trafikant aus Stainz, den Neuerungen entgegen. "Die Anlieferung erfolgt schleppend", schätzt er, dass die Fotos ebenso wenig Wirkung zeigen werden wie der verpflichtende Warntext davor. "Andere Länder haben das schon länger", glaubt er nicht an eine Umsatzeinbuße.
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