15.04.2016, 12:33 Uhr

Auf den Spuren der Wallfahrer

Die KFB St. Stefan auf den „Spuren der Wallfahrer“
Sankt Stefan ob Stainz: KFB auf Wallfahrerspuren |

Frühjahrswanderung der KFB St. Stefan

Die Katholische Frauenbewegung (KFB) St. Stefan machte sich vor wenigen Tagen auf den Weg, um auf längst vergessenen „Spuren der Wallfahrer“ zu wandern. Ausgangspunkt war das Schloss Hollenegg, wo Obfrau Luise Tobler eine beachtliche Anzahl an Teilnehmerinnen und Teilnehmern begrüßen konnte.
Vor dem Schlosstor gab es bereits erste historische Informationen über das Geschlecht der Hollenegger. Noch heute ist über dem Torbogen das Wappen des letzten Holleneggers und seiner Gattin Benigna Fuggerin zu sehen. Im ausgehenden 16. Jhdt. war das Schloss Hollenegg die Hochburg des Protestantismus, und der Stainzer Probst Jakob Rosolenz ist mit den Worten: „auch die werden wir noch katholisch machen“ gegen Hollenegg ausgezogen.
Unter der fachkundigen Leitung von Karl Dudek führte die Route zuerst zur Motte von Hollenegg, wo der Heimatforscher viel Interessantes über die hiesige Art Turmhügelburgen erzählte. Dann ging es weiter, vorbei an der alten Feuerwehr, einem Baumkreis, dem Forsthaus, hinauf zur Klement Kapelle in Richtung obere Turmhügelburg und weiter über den Kreuzwehstein bis hinauf zum Gregorhansl. An jeder dieser Stationen wusste Wanderführer Dudek natürlich auch die dazugehörigen Geschichten zu erzählen.
Nach dem wohlverdienten Mittagessen im Gasthof Gregorhansl ging es gestärkt, doch mit noch immer großem Wissensdurst weiter zur Wallfahrtskirche Wolfgangi. Dieser Ort ist nicht nur ein wunderbarer Aussichtsplatz, sondern auch ein energetisch wertvoller Kraftplatz. Zu alten Zeiten war es ein wichtiger, vorchristlicher Kultplatz, der laut Dudek im Zusammenhang mit dem besagten Kreuzwehstein gesehen werden muss. Denn mit Sicherheit ist das einer der Gründe, warum die Hollenegger Bevölkerung 1484 ausgerechnet hier auf die Errichtung einer Kirche bestanden. Ausgrabungen bestätigen auch, dass diese Kirche um einiges größer geplant war und dass in den Grundmauern Ähnlichkeiten mit der Kirche von St. Stefan zu erkennen sind.
Auffallend ist, dass die Kirche am Wolfgangi mit beinahe allen Kirchen in der Umgebung Sichtkontakt bietet. So lässt sich auch eine besondere Beziehung zwischen St. Stefan, Ettendorf, Wolfgangi und Gams feststellen. Das hat auch Pfarrer Pitter aus Gams im 20. Jhdt in seiner Dissertation festgehalten.
Eine Führung in und rund um die Wallfahrtskirche bildete den Abschluss, bevor es für die Gruppe wieder zurück nach Hollenegg ging. Die Wanderung hinterließ – dank Karl Dudek - bei den Teilnehmern viele historische, teilweise sogar völlig neue Sichtweisen auf die eigene Heimat.
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