14.06.2016, 08:08 Uhr

Barbara Faulend-Klauser - die Grande Dame der Kultur wurde ausgezeichnet

LH Hermann Schützenhöfer (r.) mit LT-Präs. Bettina Vollath (l.) und den Geehrten Peter Schuster, Anton Pendl, Josef Loibner und Barbara Faulend-Klauser. (Foto: Fischer)

Barbara Faulend-Klauser über ihr ungebrochen beherztes Engagement für
Jugend und Kultur in der Bezirksstadt Deutschlandsberg.

Prof. Barbara Faulend-Klauser ist von LH Hermann Schützenhöfer mit dem "Österr. Ehrenkreuz für Wissenschaft und Kunst 1. Klasse" für ihre ehrenamtliche Kulturarbeit ausgezeichnet worden, die sie seit Jahrzehnten in der Bezirksstadt Deutschlandsberg mit vollem Elan und großem Erfolg umzusetzen weiß.
Ich habe die überaus aktive 90-Jährige in ihrem Büro im Deutschlandsberger Rathaus besucht:

Frau Professor, wie war der festliche Akt in der Grazer Burg?
Es war sehr schön. Das ist ja schon meine insgesamt vierte Auszeichnung neben dem "Hanns-Koren-Preis" als ranghöchster Kulturpreis des Landes Steiermark, dem "Großen Ehrenzeichen des Landes Steiermark" und dem "Josef-Krainer-Heimatpreis".

Untrennbar mit Ihrem Namen ist das Jugendmusikfest im Rahmen des "steirischen herbstes" verbunden, das Sie 20 Jahre in Deutschlandsberg geleitet haben. Was war die Idee dahinter?
Der bekannte Komponist Hans Werner Henze kam 1983 mit der Idee nach Deutschlandsberg, professionelle Komponisten, Theatermacher und Interpreten von internationalem Ruf zeitgenössiche Musik mit Kindern und Jugendlichen erarbeiten zu lassen. Er wollte über seine Kontakte Kultur auch an jene Kinder herantragen, die sonst kaum damit in Berührung gekommen wären. Zuerst dachte ich, das ist eine Utopie, aber das Konzept ist aufgegangen.

Was war die größte Herausforderung dabei?
Das war einerseits die Finanzierung über Bund, Land, Stadtgemeinde und einzelne Firmen, und andererseits, die Kinder und Jugendlichen aus den umliegenden Schulen und Musikschulen zu begeistern – es steckte doch sehr zeit-intensive Probenarbeit dahinter.

Wie kann man sich das Jugendmusikfest vorstellen?
Es gab fünf spartenübergreifende Projekte, also ein Orchesterprojekt, eine Komponistenwerkstatt, ein Theaterprojekt, eine Malwerkstatt sowie Uraufführungen, z.B. eine Oper, die von modernen Komponisten für die Musikschulen geschrieben worden sind. Diese damals jungen Komponisten sind zur Fertigstellung auch selbst angereist – das war für viele ein Sprungbrett zum Erfolg.

Welche Darbietungen sind besonders gelungen?
Ich erinnere mich gerne an die erste Oper, betitelt "Robert der Teufel", und an die Kinderoper "Agleia Federweiß", komponiert von Gerd Kühr, die auch in Deutschland aufgeführt worden ist.

Mit Ihrem Engagement ist nicht nur der Deutschlandsberger Kulturkreis 1972 entstanden, sondern auch der Klavierfrühling und das vor 22 Jahren. Warum gerade das Klavier?
Ich bin selbst Pianistin und finde, dass dieses Instrument das schönste und vielfältigste Repertoire birgt. Auch beim Klavierfrühling wird neben Größen wie Elisabeth Leonskaja ein Jugendprogramm eingebaut, womit sich der Kreis wieder schließt.

Der Funke soll also auch hier auf die Jugend überspringen?
Ja, das wäre schön! Dazu bräuchten aber sowohl Lehrer als auch Kinder mehr Zeit. Ensemble-Stunden zum gemeinsamen Musizieren wären so wichtig – sind aber bei den aktuellen finanziellen und zeitlichen Zwängen kaum möglich. Das finde ich schade.
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