21.03.2016, 15:36 Uhr

Dachbodentheater Stainz wurde zum Kinosaal

Fühlt sich der Qualität verpflichtet - David Lapuch
Stainz: Dachbodentheater |

Regisseur David Lapuch zeigte „Adam“, sein Erstlingswerk in abendfüllendem Format.

Das Festival in Graz ist zwar schon vorüber, mit „Adam“ brachte Drehbuchautor, Regisseur und Cutter David Lapuch (28) am vergangenen Samstag einen nachträglichen Hauch von „Diagonale“ in das Stainzer Dachbodentheater.
Im Mittelpunkt des eher in dunklen Tönen gehaltenen Films steht Adam. Dem Fabriksarbeiter ist das Schicksal nicht hold, er hat Probleme im Betrieb, seine Mutter ist vor kurzem gestorben und die von ihm angebetete Maria will nichts von ihm wissen. Was scheint als Ausweg zu dienen? Alkohol.
Trotz allem verliert er seinen Stern Maria (Pia Hierzegger) nie aus dem Auge. „I mog di anfoch“, gesteht er ihr im Bordell, ihrem Arbeitsplatz, während sie ihn mit einem eindeutigen „I di owa net“ des Zimmers verweist. Der Film scheint endgültig in die Tragödie zu kippen, als Adam – auf der Suche nach einem Rezept, Maria zu erobern – von den „Fantasten“ eine Anleitung für Messerschlucker erwirbt. Und sie auch noch ausprobiert. Exakt als er im Blut aus seinem Hals liegt, taucht Maria auf und wandelt das Finale in ein Happyend.
Dem gebürtigen Lannacher gelang es, Humor, Ernst, Zeitkritik und Milieustudie in ein detailverliebtes Ganzes zu verpacken. Und er schaffte es, prominente Schauspieler für das Projekt zu begeistern. Martina Poel (Vier Frauen und ein Todesfall), Raimund Wallisch (Braunschlag), Pia Hierzegger (Schnell ermittelt) und Reinhard Nowak (Hinterholz 8) bilden die Gegenpole zu Matthias Ohner als Adam.
Die nächste Aufgabe von David Lapuch? Ein abendfüllender Film mit Pia Hierzegger.
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