03.06.2016, 08:57 Uhr

Die besten Steirerweine sind gekürt

Strahlende Landessieger beim größten Weinwettbewerb der Steiermark. (Foto: LK, Martin Wiesner)

Bei der größten Weinkost des Landes ging als Gesamtsieger und somit auch als „Weingut des Jahres“ das Weingut Adam-Lieleg aus Kranach bei Leutschach hervor. Auch das Weingut Langmann vulgo Lex aus St. Stefan ob Stainz war unter den sechs Finalisten.

S. STEFAN OB STAINZ/GRAZ. Die Landessieger 2016: Die besten Steirerweine sind gekürt.
Bei der größten Weinkost der Steiermark haben rund 500 Weinbauern 1.850 (2014: 1.593 oder plus 16 Prozent) hervorragende steirische Qualitätsweine eingereicht. Insgesamt 18 Landessieger und ein „Weingut des Jahres“ wurden gekürt. Ausnahmsweise gibt es heuer keine Doppel- oder Mehrfachlandessieger, sodass das Rennen um die begehrte Trophäe „Weingut des Jahres“ besonders spannend war.

Weingut des Jahres 2016

Zum siebenten Mal zeichnet die Landwirtschaftskammer das „Weingut des Jahres“ aus. Weingut Adam-Lieleg aus Leutschach bekommt 2016 die große Auszeichnung.
Den erfolgreichsten Teilnehmer der Landesweinkost zeichnet die Landwirtschaftskammer heuer zum
siebenten Mal mit dem Titel „Weingut des Jahres“ aus. Sechs steirische Weingüter
kamen ins Finale:
Weingut Adam-Lieleg aus Leutschach
Weingut Dietrich Franz und Claudia aus Gamlitz
Weingut Langmann vlg. Lex aus St. Stefan ob Stainz
Weingut Pfeifer ausSt. Anna/Aigen
Weingut Stefan Potzinger aus Gabersdorf
Weinhof Rauch aus St. Peter am Ottersbach


Weingut des Jahres 2016:

Weingut Adam-Lieleg aus Leutschach. Als Sieger und somit „Weingut des Jahres“ ging der Betrieb Adam-Lieleg aus Leutschach hervor. Er erreichte die höchste Punkteanzahl aller ins Finale gekommener Betriebe. Als Bewertungskriterien für diese große Auszeichnung als „Weingut des Jahres“ werden die vier besten bei der Landesbewertung eingereichten Weine in mindestens zwei Kategorien herangezogen.
Das Punktesystem:
Punkte der Vorkost (z.B: 16,5 Punkte) Teilnahme am Semifinale weitere 10 Punkte Teilnahme am Finale weitere 10 Punkte Landessieg weitere 10 Punkte


Größte Weinkost der Steiermark

„Die Landesweinbewertung der Landwirtschaftskammer ist traditionell seit 69 Jahren der größte und wichtigste Weinwettbewerb der Steiermark. Die Beteiligung war großartig. An die 500 Weinbauern reichten 1.850 steirische Qualitätsweine ein“, betonte Landwirtschaftskammer-Vizepräsidentin Maria Pein bei der Siegerpräsentation.

Beim größten Weinwettbewerb der Steiermark war das Weinbaugebiet Südsteiermark sehr erfolgreich. Insgesamt gingen zehn Landessiege an das Weinbaugebiet Südsteiermark.

Zehn Landessiege: Weinbaugebiet Südsteiermark:
· Weingut Sternat
· Weingut Kratzer-Kittenberg
· Weingut Dietrich
· Weinhof Riegelnegg Gamlitzberg
· Weingut Adam-Lieleg
· Weingut Reiterer
· Weingut Riegelnegg Olwitschhof
· Peter Skoff – Domäne Kranachberg
· Weingut Stefan Potzinger
· Weingut Schneeberger

Landessieg für Schilcherei Jöbstl

Weiters ging ein Landessieg nach Wernersdorf an das Weingut Schilcherei Jöbstl mit Johannes und Aloisia Jöbstl und dem bereits sehr aktiven Nachwuchs rund um Viktoria, Kerstin, Petra und Johannes Jöbstl.


Sprungbrett für nationale und internationale Bekanntheit

Die Landesweinbewertung ist für alle Weinbaubetriebe eine Chance, mit einer guten Platzierung national und international Aufmerksamkeit zu erhalten. „Durch die garantiert anonyme Verkostung und der bestens geschulten Bewerter steht ausschließlich die Weinqualität im Vordergrund“, unterstrich Pein ferner.


Schaufenster für fruchtig-steirischen Wein.

„An der Bewertung können alle geprüften steirischen Qualitätsweine teilnehmen, aber um ins Finale zu kommen muss eine Mindestweinmenge vorhanden sein“, so Weinbauchef Werner Luttenberger. Außerdem muss in den meisten Sortengruppen der klassisch-steirische, extra trockene Weinausbau mit weniger als 13 Volumprozent Alkohol eingehalten werden. Damit soll der fruchtig steirische Wein ins Schaufenster gestellt werden.

Anzahl der verkosteten Qualitätsweine in der klassischen Sortengruppe bewertet. Sauvignon blanc 217 Proben, Welschriesling 244, Weißburgunder 220, Muskateller 182, Schilcher 100 und Morillon 106 Proben.


Bewerb für Lagenweine sehr beliebt.

88 Lagenweine ritterten um Sieg. Der Bewerb der Lagenweine erfreut sich großer Beliebtheit. Die für die beiden Gruppen nominierten Weine, der Burgunder-Gruppe und die Sauvignon Gruppe, müssen eine so hohe natürliche Reife aufweisen, dass sie mindestens 13 Volumprozent Alkohol besitzen. Weiters müssen sie mindestens ein Jahr alt und trocken ausgebaut sein. Sowohl biologischer Säureabbau als auch Holzeinsatz sind möglich. Immerhin 88 Weine stellten sich in beiden Gruppen dem Wettbewerb.

163 Burgunderweine eingereicht.

Ein Sieger wurde gekürt. Die Sortengruppe kräftiger Burgunder – bestehend aus den Sorten Weißburgunder, Morillon und Grauburgunder – wurde heuer mit 163 Weinen beschickt. Sie müssen trocken ausgebaut sein. Durch den möglichen biologischen Säureabbau wirken sie bekömmlicher.

Gewürz/Traminer. Tolle Speisebegleiter. Ein Sieger wurde gekürt. In der Kategorie trockene und halbtrockene Gewürz/Traminer haben sich 31 Weine beteiligt. Diese Ausbauart der Sorte findet laufend mehr Freunde, weil der dieserart ausgebaute Gewürz/Traminer ein toller Speisebegleiter sein kann. Ein Sieger wurde gekürt.

166 Rotweine eingereicht. Drei Sieger wurden gekürt. Eine Besonderheit im Bewerb stellt auch der steirische Rotwein dar. Um den Konsumentenwünschen entgegen zu kommen, wurden drei Kategorien geschaffen. Eine kräftige Rotwein-Vielfalt, bei der sämtliche Sorten – auch Cuvées – erlaubt sind, die aber mindestens ein Jahr alt sein müssen. Weiters die Gruppe kräftiger Zweigelt und die Gruppe fruchtig-klassische Rotweine. Drei Sieger wurden gekürt.

15 Prozent der eingereichten Weine schafften Semifinale. Bei vielen Sorten oder Sortengruppen musste aufgrund der Menge ein Semifinale durchgeführt werden, um die endgültigen Finalweine zu erkosten. Den Einzug in das Semifinale schaffen 15 Prozent der teilnehmenden Weine. Der Aufkleber für die Weine, die in die Broschüre aufgenommen werden konnten, soll die besten Weine der Steiermark kennzeichnen.

Knock out beim Semifinale und Finale. „Das extrem strenge Auswahlverfahren zeigt wie schwierig es ist, mit einem Wein das Semifinale oder das Finale zu erreichen, oder gar Landessieger zu werden“, sagt Luttenberger. Die Finalverkostungen jeder Sorte beziehungsweise Kategorie werden nach der Platzziffernmethode durchgeführt. Hier stehen sämtliche Finalweine Glas an Glas und müssen direkt verglichen und beurteilt werden.

Siegerbroschüre. „Die besten steirischen Weine werden in der vorliegenden Broschüre in den Kategorien Sieger, Finalisten und Semifinalisten vorgestellt, um die Kaufentscheidung zu erleichtern und auch auf bisher unbekannte Betriebe aufmerksam zu machen“, erklärt der Weinbaudirektor.

Siegerweine bei Präsentation. „Die Siegerweine sind auf verschiedenen Präsentationen zu verkosten. Auch werden wiederum in Zusammenarbeit mit der Gesamtsteirischen Vinothek einige Landessieger-Pakete aufgelegt. Das heißt: Schnell entschlossene Weinfreunde haben die Möglichkeit sämtliche Landessieger 2016 in einem Paket zu erwerben. Ein besonderes Erlebnis ist aber nach wie vor ein Besuch bei einem der erfolgreichen Betriebe“, schloss der Weinbaudirektor.

So schmeckt der steirische Weinjahrgang 2015

Der Jahrgang 2015 ist ein Jahrgang der den tüchtigen Weinbauern belohnt. Entscheidend für den Erfolg waren die fachlich richtigen Arbeitsschritte zum richtigen Zeitpunkt im Weingarten zu setzen. Es galt besonders auf die aktuelle Wettersituation Rücksicht zu nehmen. Die extreme Sonneneinstrahlung förderte die Gefahr von Sonnenbrand auf den Trauben. Dabei galt es die Laubarbeiten so zu gestalten, dass die Trauben im Halbschatten heranreifen konnten.
Besondere Bedeutung kam dabei der selektiven und optimal terminierten Lese zu. Beim Steirischen Wein des Jahrganges 2015 stehen reife Aromen im Vordergrund. Das äußert sich besonders in Form von harmonischer Säure, intensive bis komplexe Fruchtaromen und etwas höheren Alkoholgehalten in den Weinen. Ein Jahrgang der den Konsumenten des Steirischen Weines noch viel Freude bereiten wird.
Der 2015er ist immer ein Wein mit physiologisch reifer Phenolstruktur und mitunter spürbar höheren Alkoholwerten die trotzdem gut eingebunden und nicht vordergründig erscheinen. Die Säurewerte sind immer harmonisch, da vor allem reifes Traubenmaterial eine stabile Säurestruktur besitzt, welche mit Mineralstoffen auch sehr gut abgepuffert ist. Die Weine präsentieren sich gehaltvoll und ausgewogen, weisen schon sehr früh Zugänglichkeit und Harmonie auf und bieten stichhaltige Argumente für Entwicklungspotenzial und Langlebigkeit.

Zum Steirischen Wein

Heuer werden über 25 Millionen Flaschen steirischer Wein gefüllt.
Sortenverteilung. Welschriesling (16,3%), Sauvignon blanc (13,5%), Weißburgunder (11,9%), Blauer Wildbacher (9,4%), Blauer Zweigelt (8%), Morillon (7%), Müller Thurgau (5,8%), Muskateller (6,3 %), Sämling (3,5%), Grauburgunder (2,1%), Traminer und Gewürz Traminer (1,6%) und Rheinriesling (1,5%).
Weinernte I. 214.040 hl (2015), 198.700 hl (2014), 220.000 hl (2013), 213.000 hl (2012), 295.000 hl (2011, historisch größte Weinernte der Steiermark), 177.000 hl (2010, Erntemenge unter Fünfjahresschnitt), 155.700 hl (2009, kleinste Weinerste der vergangen zehn Jahre), 215.000 hl (2008), 220.000 (2007), 184.363 hl (2006), 175.668 hl (2005), 167.321 hl (2004), 164.379 hl (2003), 179.316 hl (2002)
Weinernte II. Eine Normalernte für die Steiermark liegt mittlerweile bei 250.000 Hektorliter. Das heißt vier Jahre hintereinander (2012 bis 2015) war die steirische Weinernte unter den Erwartungen. Das bedeutet: Nicht alle Märkte können bedient werden.
Durchschnittsfläche pro Betrieb. 1,95 ha (2015), 1,6 ha (2012), 1,5 ha (2010) Gesamtfläche Steiermark. 4.550 ha (2015) 4.400 ha (2013), 4.320 ha (2012); 4.300 ha
(2007), 4.100 ha (2004). Laut Weinbaukataster inklusive Jungflächen bis 3 Jahre
Zahl der Betriebe. 2.350 (2015), 2.550 (2013), 2.700 (2012), 2.900 (2009) , 3.130 (2006), 3.155 (2005)
Vermarktung. Überwiegend Ab Hof Verkauf, 5 Prozent im Durchschnitt Export. Hauptzielländer: Deutschland und Schweiz, vereinzelt USA.
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