06.08.2016, 08:54 Uhr

Ein Wirbelwind namens La Strada

Spannung vor der Aufführung beim Rauch-Hof
Stainz: Hauptplatz |

Das internationale Figuren- und Straßentheater machte Zwischenstation in Stainz.

Mit fünf Aufführungen war Stainz heuer sehr gut bestückt. Start- und Fixpunkt war einmal mehr das zu einem Theater umfunktionierte Badeareal im Rauch-Hof. Allerdings: „Les Zanimos“ präsentierten nicht das erwartete Märchen, sondern mit berührenden Geschichten ein zeitkritisches Stück zum Thema Flucht in ein fremdes Land. Ein Spektakel der Sonderklasse lieferte die Compagnie Lézards Bleus (Truppe der blauen Eidechsen) mit ihrer Kreation L’Aimant. Antoine Le Menestrel tanzte, machte Spaß und flirtete mit den Damen. Allerdings nicht zu ebener Erde, sondern über Wände, Vorsprünge und Simse auf den Wänden der Hauptplatzhäuser.
Auf dem Rondeau im Bahnhofpark trieb Joan Catalá aus Spanien sein Unwesen. Zunächst lebte der Artist sein Unwesen an seinem Arbeitsgerät, einer etwa vier Meter langen Holzstange, auf der Schulter aus, mit der er sich drehte, die er nach unten fallen ließ, um sie im letzten Augenblick abzustoppen und die er – aufgesetzt auf dem Boden – im schrägen Winkel nach oben drückte. Wieder auf dem Hauptplatz nahmen Marcel et ses Dróles de Femmes das Publikum mit ihrer Performance Miss Dolly in Empfang. Zirkus in Reinkultur durfte man das Spektakel nennen, das die Artisten linkisch, aber in höchster Perfektion auf die Trapeze zauberten. Dass man mit Musikinstrumenten Begeisterung erzeugen kann, zeigte die Formation Cheptel Aleikoum mit ihrer „Fanfare Circa“. Es war aber nicht allein die Virtuosität der Finger der Musiker, die für basses Erstaunen sorgte, es waren vielmehr die Formationen, Marschübungen und Abläufe der Gruppe, die den Hauptplatz in ein wirbelnd-akrobatisches Durcheinander versetzten, das sich in einer stets anderen Choreographie auflöste.
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