15.03.2016, 22:48 Uhr

Eine Flasche aus Eiche für den Whisky

Hand drauf: Josef und Josefa Pommer mit ihren hölzernen Produkten, allen voran die Whisky-Flasche.

Josef Pommer aus Lannach bringt den Whisky in die Eichenholzflasche.

LANNACH. Dass Holz ein wunderbarer Werkstoff ist, wissen alle Tischler und Drechsler, so auch Josef Pommer, der inzwischen seine Tischlerei in Lannach an seinen Sohn Peter übergeben hat. "Jetzt, in meiner Pension, muss ich nicht mehr arbeiten aber ich darf arbeiten, weil es mir Freude bereitet", schmunzelt Josef Pommer, der mit seiner Frau Josefa einen Stand beim Eibiswalder Ostermarkt mit seinen gedrechselten Werkstücken betreut hat. Dort sind neben gediegenen Brotdosen, Schalen, Kerzenhaltern, Schmuckstücken und Schnapsgläsern sogar elegante Duftsäulen aus Zirbenholz zu sehen. Warum gerade Zirbe?
"Zirbe boomt jetzt und sie lässt sich besonders geschmeidig verarbeiten und man erhält eine wunderbare Oberfläche", kommt Pommer ins Schwärmen und ergänzt: "Außerdem duftet Zirbenholz so gut". Kein Wunder, dass dabei sogar die Späne in wohlriechenden Pölsterchen angeboten werden.


In Eiche gereift

Unter all diesen Exponaten sticht eines besonder hervor: Eine Flasche aus Eichenholz, die wie ein Fass mit Ringen zusammengehalten ist.
"Ich hab schon vorher Flaschen gemacht, bei denen ich in das Holz eine Glasflasche eingedrechselt habe", erklärt Pommer und ergänzt: " Ein Destillerie-Betreiber hatte daraufhin die Idee, ob ich ihm nicht eine echte Flasche machen könnte, ohne Glas inwändig, damit der Whisky direkt in diesen Eichenholzflaschen reifen könnte." Gesagt, getan: Pommer setzte sich auch mit der Problematik zur Abdichtung ohne Verleimung auseinander und hat schließlich auf das uralte Handwerk der Fassbinder zurückgegriffen, nur eben im Kleinformat. Somit ist das Werkstück wie ein Holzfass mit Flaschenhals geformt und mit Ringen zusammengezurrt. Die endgültige Dichtheit entsteht dann durch die eingefüllte Flüssigkeit selbst, da sich, wie beim Weinfass, das Holz bei Feuchtigkeit auseinanderdehnt und sich dadurch selbst verschließt. Die Reifung des Whiskys funktioniert allerdings nur bedingt, denn Holz ist wie ein atmender Organismus, auch noch als verarbeiteter Werkstoff. Besonders in diesem kleinen Volumen ist die Angriffsfläche für das Holz einfach zu groß.


Musterschutz für die Flasche

"Ich habe mir einen Musterschutz auf diese einzigartige Form der Vollholz-Flaschen vor knapp drei Jahren geben lassen. Eine Patentierung ist deshalb nicht möglich, weil die Idee zum Fassbinden ja schon eine uralte ist", so Pommer. Das Besondere an der Verarbeitung von Holz? "Schon als Kind war Holz mein Lieblingswerkstoff. Wir haben selber ein bissl Wald und da ist der Bezug zum Werkstoff Holz als lebendiger Organismus auch noch in der Verarbeitung ein ganz besonderer für mich.
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Gerhard Woger aus Deutschlandsberg | 16.03.2016 | 10:07   Melden
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