28.04.2016, 08:55 Uhr

Eine „verhexte“ Angelegenheit in Arnfels...

Auf die Besen, fertig und los!


In der geheimnisumwobenen Walpurgisnacht vom letzten April auf den 1. Mai feiern nach alter Überlieferung Zauberer und Hexen ihr großes Fest. Da schwingen sich schaurige Gestalten auf ihre Birkenbesen, um sich an besonderen Orten mit ihresgleichen zu treffen. Am Hauptplatz in Arnfels kann man schon in diesen Tagen Hexen begegnen. Sie kündigen das große Walpurgisfest an, zu dem der Brauchtumserhaltungsverein Maltschach am 30. April lädt.


(jf). Die Nacht vom 30. April auf den 1. Mai wird von einem besonderen Mythos umweht. Sie zieht vor allem Hexen, Magier und Wahrsager in ihren Bann. Der Brauchtumserhaltungsverein Maltschach mit Obmann Manfred Pappel widmet der geheimnisvollen Walpurgisnacht jährlich ein Fest. Heuer bereits zum 13. Mal. Und das Programm wird dieser „Hexenzahl“ voll und ganz gerecht. Bereits um 15 Uhr beginnt am Hauptplatz das Maibaumaufstellen der FF Arnfels. Die „Rattenberger Lausbuam“ aus Fehring werden dabei schuhplatteln, Sindu Reinisch wird eine atemberaubende Luftakrobatik-Show vom Kran vorführen“, kündigt Pappel an.
Um etwa 17 Uhr setzte sich vor der Markthalle Arnfels ein großer Hexenumzug in Bewegung. Die kostümierten Teilnehmer kommen aus Deutschland, Vorarlberg und der Umgebung. Die südsteirischen Rebenland-Hexen und die „Crazy Drumschool“ werden den Umzug, der über den Hauptplatz zum „Hexenzelt“ am Gewerbegrund führt, begleiten. Dort wird die Walpurgisnacht mit dem Lied „Hexen haben Hexenbesen“ stilgemäß eröffnet. Mit Spannung wird die Bekanntgabe des Siegers des Malwettbewerbs „Walpurgisnacht“ erwartet, den der Brauchtumserhaltungsverein Maltschach im Vorfeld veranstaltet hat. Gleich mehrere Volksschulen – Arnfels, Langegg, Leutschach, und St. Johann im Saggautal – haben sich daran beteiligt. „Der Sieger oder die Siegerin bekommt für die Schule einen ‚Magischen Tag’ mit Clown und Zauberer“ geschenkt“, so Obmann Manfred Pappel. Anschließend wird mit Musik von den „Grafen“ sowie einem feurig-spektakulären Programm weiter gefeiert. Im Festzelt tummeln sich Hexen, Magier, Stelzengeher und Wahrsager...
So lustig ging es in Arnfels allerdings nicht immer zu: Der Ort war im Mittelalter für seine Hexenprozesse weithin bekannt und gefürchtet. Rote Haare, Muttermale, Wettervoraussagen, blühende Blumen im Winter auf der Fensterbank oder andere Fähigkeiten genügten, um auf dem Scheiterhaufen zu landen. Verleumdungen schürten den Verdacht noch. Mehrere Frauen wurden auf Grund ihres Aussehens und ihrer Tätigkeiten – zum Beispiel als Wunderheilerin – verbrannt. „Barbara Striegl“, erzählt der bekannte Sagensammler Peter Stelzl, „war die letzte Markthexe, die vor 350 Jahren in Arnfels auf diese Art und Weise hingerichtet wurde. Der Hexenwaldweg und der Arnfelser Hexenwald erinnern noch heute an dieses dunkle Kapitel zurück...“

Bildbeschreibung:

Die Hexen „fliegen“ auf Arnfels! Der Brauchtumserhaltungsverein Maltschach richtet für sie in der Walpurgisnacht ein großes Fest aus.

Alle Fotos: Josef Fürbass
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