24.06.2016, 19:05 Uhr

Neues Gemeindeamt für St. Martin im Sulmtal

Der Gemeinderat von St. Martin im Sulmtal hat einstimmig für die Pläne von Architekt Werner Byloff des Gemeindeamtes in St. Martin im Sulmtal abgestimmt.

Bei der gestrigen Bürgerversammlung wurden die Pläne für das neue Gemeindeamt in St. Martin im Sulmtal vorgestellt

ST. MARTIN IM SULMTAL. Bis auf den letzten Platz gefüllt war der Kultursaal von St. Martin im Sulmtal. Grund dafür war eine Bürgerversammlung zur Präsentation eines großen Zukunftsprojektes in der Kommune - das neue Gemeindeamt: Das alte, teilweise mehr als 50 Jahre alte Gemeindeamt platzt in puncto Büros auf nur 260m2, Sitzungszimmer, Archiv und unattraktivem Standesamt aus allen Nähten. Außerdem ist es nicht barrierefrei und bietet ohne Klimatisierung höchst unangenehme Bedingungen für das Personal und die Bürger. Es ist also insgesamt dringend sanierungsbedürftig. "Nach einer im Vorfeld über das Land Steiermark konstenlos erstellten Studie würde sich die Sanierung des alten Gebäudes auf rund eine Million Euro belaufen", erklärt Bgm. Franz Silly und ergänzt eine weitere Variante, die im Gemeinderat bereits einstimmig beschlossen worden ist, nämlich der Um - und Neubau des ehemaligen Raiffeisenbank-Gebäudes, das inzwischen von der Gemeinde angekauft worden ist. Dieses Um- und Neubau-Projekt würde in etwa den gleichen Kostenrahmen umfassen und außerdem etliche weitere Vorteile bringen: "So wäre einmal während der Umbauarbeiten der Bankstelle der reibungslose Gemeindebetrieb gewährleistet, sodass keine neuerlichen Kosten für die Umsiedelung und Anmietung weiterer Räumlichkeiten entstehen. Außerdem sind wir mit dieser Neubau-Variante zukunftsfit für eine etwaige, weitere Aufstockung des Personals, es könnte ja noch zu weiteren Fusionen kommen", gibt Silly mit Blick auf die Gemeinden St. Peter und Pölfing-Brunn zu bedenken.

Neues Gemeindeamt, neues Ortszentrum, entschärfter Kreuzungsbereich

Das alte Gemeindeamt würde dann abgetragen werden, sodass dort ein funktionelles Ortszentrum mit Parkplätzen und Begrünung gestaltet werden kann.
"Außerdem könnten die seit 20 Jahren geplante Entschärfung des Kreuzungsbereiches und die Vorplatzgestaltung realisiert werden", unterstreicht Silly, bevor er das Wort an den in St. Ulrich wohnhaften Architekten Werner Byloff zur detaillierten Schilderungs des Bauprojektes übergab.

Im Detail

Für das neue Gebäude als Um- und Zubau der ehemaligen Raiffeisenbank führt Byloff folgende Ziele an: "Es soll ein bürgerfreundliches Amt mit offenen und privaten Zonen werden mit einem entsprechend großen Sitzungszimmer für die derzeit 22 Mitglieder im Gemeinderat. Außerdem wird sich die Barrierfreiheit bis in das Standesamt durchziehen." Dem Zeitgeist entsprechend soll das Gebäude energetisch optimal versorgt und genutzt werden, wobei auch eine Photovoltaik-Anlage vorgesehen ist.
Im neuen Gemeindeamt können sämtliche Bereiche auf insgesamt drei Geschossen (inklusive Dachgeschoss) wie gehabt untergebracht werden, allerdings mit vergrößertem Gemeindesaal in Kombination mit dem Standesamt, besseren Arbeitsplätzen und größerem Archiv sowie Platz für eine Bibliothek und die angesprochenen Reservearbeitsplätze - und das alles bei moderner Haustechnik. Das Gebäude würde mit hohem Glasanteil beim Wiederkehr und der Überdachung aus Tonziegeln eine Kombination aus regionalspezifischem Grundriss mit moderner Fassade bieten, die Platz zur Bezeichnung der 15 Katastralgemeinden im Gemeindegebiet von St. Martin im Sulmtal bietet. Das Büro des Bürgermeisters wird auf der Rückseite des Objektes durch eine markante Ausbuchtung zusätzlich an Platz gewinnen.

Zu den Schätzkosten gem. ÖNorm 1801-1

Der Ankauf des ehemaligen Bankgebäudes und der Umbau des Bestandes auf 250 m2 kommt auf 430.000 Euro (inkl.). Der Neubau und die Außenanlagen mit ergänzten Gehsteigen, erhöhtem Parkplatzangebot, verkehrsberuhigenden Maßnahmen, Busstation, Ladestation für e-mobilität u.a. kostet in etwa 650.000 Euro.

Gegenüberstellung der Umbau-Variante mit der Neubau-Variante

Bei einer Sanierung des alten Gemeindeamtes müssten die Bediensteten insgesamt zweimal siedeln, es gäbe sieben Arbeitsplätze plus Bürgermeisterbüro auf 320 m2, nur fünf bis sieben Parkplätze sowie ein Sitzungszimmer, das nicht für mehr als 24 Personen (plus sechs) ausgelegt ist.

Beim Neubau im ehemaligen Gebäude der Raiffeisenbank kommt man auf eine Netto-Fläche von 495 m2 für acht Arbeitsplätze und das Bürgermeister-Büro sowie 18 Parkplätze und ein Sitzungszimmer für 24 plus 30 Personen, mit einer Maximal-Auslastung von 70 Personen. "Und wir müssen nur einmal siedeln", streicht Bgm. Franz Silly diesen Vorteil nochmals heraus, dass der Gemeindebetrieb durchgehend am vertrauten Standort aufrecht erhalten bleibt.


Der Zeitplan

Bis November 2016 siedelt das Gemeindeamt in das ehemalige Bankgebäude, wobei das Bauamt und das Bürgermeisterbüro vorerst provisorisch im Obergeschoss untergebracht werden. Byloff: "Die Fertigstellung inklusive Neubau ist für September 2017 vorgesehen."
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