13.05.2016, 09:43 Uhr

Nibelungensage im Kleinformat

Brillant: Pierre Schäfer und Veronika Thieme schlüpften in viele Rollen
Stainz: Dachbodentheater |

Figurentheater Sommertraumhafen gastierte in Stainz.

Das Kuriositäten-Cabinet Fatalia, das auf dem Sparkassenplatz Station machte, hatte mit Theater nur am Rande zu tun. Die Aufführung „Looking for Brunhild“ des Theaters Triebwerk aus Berlin, die am vergangenen Dienstagabend im Rahmen des Figurentheaterfestivals Sommertraumhafen im Dachbodentheater gastierte, aber sehr wohl. Noch dazu in einer Breite und Intensität, wie sie einer Nibelungensage zusteht. Augenzwinkernd darf hinzugefügt werden, dass Regisseur Hans-Jochen Menzel das Stück um heitere Sequenzen angereichert und den Schauspielern Veronika Thieme und Pierre Schäfer viel Platz zum Ausleben ihrer Fähigkeiten gegeben hat.
Am Ende sind alle tot! Das kennen wir aus der mittelalterlichen Sage. Vom Geplänkel im Rittersaal des Grafen zu Hohenems bis zum bitteren Ende der Burgunder im Hunnenland spannte sich aber eine abwechslungsreich-blutrünstige Geschichte, in der sich König Gunther, Siegfried aus Xanten, Kriemhild, Zwergenkönig Alberich und Hunnenkönig Etzel ein intrigantes Gefecht liefern. Ach richtig: Viele Fäden liefen bei Hagen von Tronje zusammen. Er war es auch, der den tödlichen Pfeil exakt auf die verwundbare Stelle auf dem Rücken Siegfrieds abschoss und damit den Kreislauf des gegenseitigen Mordens auslöste. Am Ende waren dann tatsächlich alle tot, in Puppenform fein säuberlich aufgeschlichtet vor dem riesigen Schwert. Doch halt: Wer verbarg sich hinter der TV-süchtigen Alten im Rollstuhl? War es tatsächlich Brunhild, die den Schatz in ihre Zeit um 1798 herübergerettet hat?
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