12.04.2016, 12:51 Uhr

Uneinigkeit über Frühaufsicht an der Volksschule Wies

In der Volksschule Wies setzt man auf gelebte Schulpartnerschaft, bei der alle mit anpacken.

Ab April wechseln sich Eltern in der Volksschule Wies in der Früh-Anwesenheit ab – nicht alle sind zufrieden.

WIES. (sve). "Es besteht dringender Handlungsbedarf in unserer Volksschule", stellt Theresia Koch in ihrer Funktion als ÖVP-Vizebürgermeisterin in Wies fest.
Damit spricht sie die Tatsache an, dass viele Schülerinnen und Schüler der Volksschule Wies vor der offiziellen Öffnung der Schule ankommen und somit auf sich alleine gestellt wären, wie das auch in anderen Volksschulen der Fall ist. "Damit die Kinder vor allem in der kalten Jahreszeit bereits ab 7 Uhr in das Schulgebäude können, ist von September bis Ende März der Schulwart oder ein Gemeindebediensteter vor Ort", betont Bgm. Josef Waltl. Vor drei Jahren hat man nach Rücksprache mit Dir. Evelyn Habenbacher vereinbart, dass nicht nur wie bisher ab November, sondern bereits ab September der Schulwart für die Kleinen dort ist.

Eine Sondersituation
"Ich weiß kaum eine Gemeinde, die sich so um die Volksschulkinder von in der Früh weg bemüht, wie es hier in Wies geschieht", ist Bgm. Waltl überzeugt, der auch auf die Eltern-Haltestellen als Philosophie in Kooperation mit der Volksschule für ein Plus an Bewegung von klein auf hinweist: "Die Eltern müssen ihre Verantwortung schon auch mittragen."
Ab April wären die Kinder vor der Schule also für eine viertel oder halbe Stunde auf sich gestellt. Aber auch dazu hat man sich in Wies etwas einfallen lassen, wie wir nach einer Anfrage bei Evelyn Habenbacher als Leiterin der Volksschule Wies erfahren haben. "Die Marktgemeinde Wies kommt uns mit der Aufsicht ab September sehr entgegen", so Habenbacher und erklärt: "Die ersten Elterngespräche hat es 2014 gegeben, da in jenem Jahr besonders viele Schulanfänger gewesen sind. Damals wie auch heuer wurde in einem Schulforum beschlossen, dass ab 1. April jeweils eine erwachsene Ansprechperson ab 7 Uhr bei der Volksschule ist, d.h. die Eltern wechseln sich dabei ab."


Gelebte Schulpartnerschaft

"Für mich ist das gelebte Schulpartnerschaft, in der jeder seinen Teil beiträgt", betont Habenbacher, die von Vize-Bgm. Theresia Koch bis jetzt noch nicht kontaktiert worden ist. Koch ist anderer Meinung: "Das ist eine Zumutung. An mich sind unzufriedene Eltern herangetreten, die für die Organisation der Aufsicht verantwortlich sind. Es ist mir unerklärlich, dass nicht genügend Geld verfügbar ist, um den Schulwart weiterhin für die Aufsicht eine halbe Stunde vor der offiziellen Schulöffnung zu bezahlen. Schließlich geht es um die Sicherheit der Kinder." Vor einigen Wochen haben sich jene Eltern an Bezirkshauptmann Helmut-Theobald Müller gewandt: "Ich bin über die aktuelle Situation informiert, allerdings habe ich keine formale Zuständigkeit und mische mich nicht in politische Diskussionen." Vize-Bgm. Koch hat sich in dieser Causa auch an Familien- und Jugendministerin Sophie Karmasin gewandt, woraufhin der Landesschulinspektor für Volksschulen Wolfgang Pojer eingeschaltet worden ist.
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