26.05.2016, 09:41 Uhr

„Zähmen lässt sich ein Wolf nicht“

Der Wolf im Schafspelz oder das Schaf im Wolfspelz?
Stainz: Universalmuseum |

Museumsleiter Karlheinz Wirnsberger führte durch die Sonderausstellung im Jagdmuseum.

„2015 sind vier Wölfe durchgezogen“, leitete Karlheinz Wirnsberger mit der Feststellung ein, dass es in Österreich aktuell keine Wölfe gibt. Dennoch sei das Tier mit vielen Emotionen verhaftet.
In sieben Schauräumen zeigt die Ausstellung das Phänomen Wolf aus entwicklungs-, jagd- und kulturgeschichtlicher Sicht. Ein Wolfszahn am Band als ältestes Schmuckstück der Steiermark ist ebenso zu sehen wie die Darstellung der Vereinnahmung des Wolfes im kriegstaktische Maßnahmen der Deutschen Wehrmacht und die Präsentation des grausamen Jagdwerkzeuges, mit welchem dem Räuber in früheren Zeiten nachgestellt wurde. Gegenübergestellt finden sich aber auch Märchen, Spiele, Comics und Bilderbücher, in denen der Wolf als Sinnbild des Bösen Eingang in die Literatur gefunden hat. Selbst Künstler wie David Bowie, Sting oder Walt Disney widmeten sich dem Thema, als sie die Musik von Sergej Prokofjews „Peter und der Wolf“ bearbeiteten.
„Selbst Jäger tun sich schwer“, gestand Karlheinz Wirnsberger ein, dass im tiefen Gras Wolf, Fuchs, Goldschakal oder Hund nur schwer auseinanderzuhalten sind. Auf einer Schautafel wird erklärt, wie sich – fiktiv - ein Biotop mit oder ohne Anwesenheit eines Wolfes entwickeln würde. Überraschende Aussage: Mit Präsenz von Wölfen würde die tierische Umwelt deutlich mehr Diversität zulassen. Fakt aber ist, dass es in unseren Nachbarländern sehr wohl Wolfspopulationen gibt, in Österreich aber nicht. Und das, obwohl das Raubtier durch Gesetze und Konventionen mehrfach geschützt ist.
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