19.09.2016, 14:26 Uhr

"Die Bereitschaft, sich zu engagieren, nimmt leider ab"

Günther Gigerl aus Eibiswald war bei den letzten Landes- und Staatsmeisterschaften erst wieder erfolgreich. (Foto: Franz Krainer)

Günther Gigerl betreibt Sport, seit er denken kann. Ob als Fußballer oder als Stocksportler: Er ist einer jener Vorzeige-Athleten und Funktionäre, ohne die der Breitensport zusperren könnte.

Wie hält man 50 Jahre Aktivsport und 35 Jahre Funktionärstätigkeit überhaupt aus?
GÜNTHER GIGERL: Ohne Freude am Sport, ohne die Herausforderung, seine Grenzen zu erweitern und ohne die Bereitschaft, den eigenen Egoismus dem Teamwork unterzuordnen, geht es nicht. Ich bin seit fast 50 Jahren aktiv, habe als Sportler und als Funktionär viele Höhen und Tiefen erlebt, möchte aber auf keinen einzigen Tag davon verzichten. Frauen in die Männerdomäne Eisstocksport zu integrieren, war immer meine Prämisse, nach vielen Wiederständen ist es aber gelungen.

Was hat sich generell im Sport geändert?
Das Interesse ist da, allerdings mehr als Zuschauer über die Medien. Leider nimmt die Bereitschaft, sich zu engagieren ab, aber auch die Überwindung zu regelmäßigem Sport ist vor allem bei jungen Menschen zurückgegangen.

Als Stocksportler hast du dich in den letzten Wochen nochmals in die österreichische Spitze gebracht.
Der steirische Doppelmeistertitel im Zielschießen war auch für mich überraschend,. Bei den Bundesmeisterschaften gelang mir im Seniorenbewerb als Dritter der Sprung aufs Stockerl. Ich habe gesehen, ich bin nicht weit weg von der absoluten Spitze, das macht Lust auf mehr.

Wie siehst du die Entwicklung des Stocksports, die Jugendarbeit und die Zukunft?
Im Stocksport kann man jederzeit einsteigen, sich noch mit 50 entwickeln und bis weit über 70 Jahre, wenn man gesund ist, Topleistungen abliefern. Die Jugend liebt eher Trendsportarten, kommt später aber oft zum Stocksport.

Kannst du jungen Menschen, die heute zunehmend Fernsehsportler sind, einen Rat geben?
Verwendet die halbe Zeit von der, die ihr am Computer verbringt, in der Natur beim Sport. Körperliche und geistige Frische sind der Lohn, Gesundheit kann man auf diesem Weg bis ins hohe Alter konservieren.

Gibt’s für dich als Sportler und Funktionär ein Ablaufdatum?
Ich habe noch viele Ziele, über ein Ende sowohl meiner sportlichen Karriere als auch als Funktionär denke ich derzeit nicht nach. Im Gegenteil: Es gibt Dinge, die ich erreichen möchte, mein Traum wäre ein Österreichischer Meistertitel und mit Eibiswald der Aufstieg in die Landesliga.

Das Interwiev führte Franz Krainer.
0
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.