13.06.2016, 08:12 Uhr

Die Leiden eines Fußballfunktionärs

Am Wochenende feierte Harald Loibner mit seinen Wiesern den Aufstieg in die Gebietsliga West, für die Zukunft hat er aber Sorgenfalten. (Foto: Franz Krainer)

USV-Wies-Obmann Harald Loibner blickt trotz Aufstieg in die Gebietsliga sorgenvoll in die Zukunft.

War der Vizemeistertitel für dich überraschend?
Ja und nein. Ziel war, in den nächsten drei Saisonen den Aufstieg zu schaffen, dass es heuer geklappt hat, ist vor allem der Konstanz meiner Mannschaft unter Trainer Bostjan Damis geschuldet. Mit 34 Toren war Dragan Ljubanic heuer unsere Erfolgsgarantie.

Du wirkst aber trotzdem nicht hundertprozentig glücklich.
Doch, natürlich! Aber die allgemeinen Umstände im unterklassigen Fußball stimmen mich nachdenklich. Da sind zum einen nahezu unerfüllbare Auflagen der Behörden wie übertriebene Hygienevorschriften, die Auflagen der Finanzbehörden und die allgemeine wirtschaftliche Lage, die es immer schwieriger macht, Sponsoren zu finden. Um unsere etwa 60 Nachwuchsspieler zu betreuen, ist Geld notwendig, dass durch kleine Veranstaltungen hereinkommen muss, die aber behördlicherseits erschwert werden.

Wie seid ihr finanziell vor der neuen Meisterschaft aufgestellt?
Ich habe einen großartigen Vorstand, der immer wieder finanziell hilft, doch das allein reicht nicht. Ich muss noch Geld lukrieren, um die heurige Meisterschaft aus zu finanzieren. Ich bin optimistisch, doch manchmal liege ich wach und denke darüber nach, wie lange das noch gut geht.

Dieses Problem ist aber kein alleiniges von Wies?
Alle Kollegen der umliegenden Vereine sagen mir dasselbe. Auf diesem finanziellen Niveau wird der unterklassige Fußball nicht zu halten sein, auch nicht mit einer derartigen Masse an Vereinen auf engstem Raum. Über die Finanzierbarkeit der 2. Bundesliga denkt der Verband nach, Sorgen von uns Kleinen werden ignoriert. Wenn das so weitergeht, leiden die Nachwuchsarbeit und danach der Fußball in der Region.

Düstere Aussichten also für unseren Fußball?
Es muss sich Grundsätzliches ändern. Im Nachwuchs dürfen größere Vereine keinen zu leichten Zugang zu unseren Spielern haben, auf Sicht gesehen ist das für unsere Kampfmannschaften tödlich. Viele spielen dann als Backups in Zweier-Teams und wir wissen nicht mehr, woher wir einen 18-Mann-Kader für die Meisterschaft nehmen sollen. Derzeit ist der unterklassige Fußball eine riesige Baustelle und das ignoriert der Fußballverband.

von Franz Krainer
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