13.06.2016, 12:37 Uhr

Ein Jahr lang abseits des Feldes

Gerd Fuchs trägt Blau-Gelb im Herzen, seit dem Vorjahr vor allem neben dem Platz als Sportlicher Leiter des Deutschlandsberger SC.

Im Interview: Nach einem Jahr als Sportlicher Leiter des DSC und der ersten Saison in der Regionalliga Mitte zieht Gerd Fuchs Bilanz.

Nach dem Deutschlandsberger Meistertitel in der Landesliga vor ziemlich genau einem Jahr zog sich der erfahrene Verteidigerfuchs vom Feld zurück und suchte sich ein neues Aufgabengebiet. Mittlerweile hat der 38-Jährige sein erstes Jahr als Sportlicher Leiter hinter sich, ebenso der DSC seine Premierensaison in der Regionalliga. Zeit für ein Fazit von Fuchs, der vor wenigen Wochen in Wallern selbst noch einmal auflief.

Wie fällt dein Fazit zum erstem Jahr in der Regionalliga aus?
Durch die Bank zufrieden, wobei mehr gegangen wäre. Wenn wir nicht schon vorher den Cupplatz gehabt hätten, hätten wir gegen Wallern und WAC anders gespielt. Das finde ich ein bisserl schade, weil dann hätten wir uns noch besser platzieren können. Also grundsätzlich zufrieden, aber wer mit Jerko Grubisic zusammenarbeitet, der ist nie ganz zufrieden, der strebt immer nach mehr. Zwischenzeitlich hat es ja sehr gut ausgesehen als wir Tabellensechster waren, dann haben wir von den letzten fünf Spielen nur eins gewonnen, da haben wir uns eigentlich um noch mehr Früchte, die wir ernten hätten können, gebracht. Aber das ist kein Beinbruch, weil es im Endeffekt für den ÖFB-Cup gereicht hat.

Hast du dich schon hundertprozentig zurecht gefunden in deiner neuen Rolle als Sportlicher Leiter?
Nein, absolut nicht, das muss ich ganz ehrlich gestehen. Ich war im Winter sehr dankbar, dass Jerko viele Tipps eingeholt hat, wen wir holen könnten, und mich damit irrsinnig unterstützt hat. Seine Connections nach Kroatien oder auch in den Fernen Osten, die wären mir einfach nicht möglich gewesen. Deswegen ist es toll mit ihm zusammen zu arbeiten, weil ich schau hier in unserem Bereich und Slowenien und er hat quasi den Rest der Welt.

Eigentlich eine perfekte Kombination.
Das passt sowieso ganz gut, weil es ist super wenn der Trainer sagt, er will den Spieler haben und er hat selber den Kontakt dorthin. Alles andere mach dann eh ich mit dem Obmann zusammen. Aber ich hab mich schwergetan da rein zu finden. Ich hab mir das ein bisserl einfacher vorgestellt. Es ist viel zu tun, ich sehe aber trotzdem hauptsächlich meinen Part gar nicht so sehr in den Spielerverpflichtungen, das ist auch ein Teil, aber ich glaube, dass ich einfach das Bindeglied zwischen Trainer und Vorstand bin. Früher haben wir Florian Eibinger und mich in der Mannschaft gehabt, da hat Philip Leitinger als Kapitän eine Unterstützung gehabt, da waren wir quasi zu dritt als solches Bindeglied. Jetzt ist Philip allein und er muss sich auch auf seine Leistung konzentrieren, immerhin ist er binnen fünf Jahren von der Oberliga in die Regionalliga gekommen. Deswegen seh ich mich dort als Bindeglied. Es war nicht einfach, aber es wird immer besser. Vor allem jetzt in der Übertrittszeit sind wir schon relativ weit.

Was hat dich an der Tätigkeit am meisten überrascht?
Dass es irrsinnig vielfältig ist und Dinge zu managen sind, an die du als Spieler überhaupt nicht denkst: Bus organisieren, Essen für die Auswärtsspiele, Dressenbestellungen usw. Da war ich sehr froh, Christopher Kiedl als helfende Hand gehabt zu haben, weil er hat mir sehr viel abgenommen. Du musst einfach auf so viele Sachen schauen, die mir als Spieler gar nicht aufgefallen sind und die auch so keiner mitkriegt.

Wie ist es dir bei deinem Einsatz in Wallern gegangen?
Wirklich gut. Ich hab fast durchgespielt und hätten wir zu dem Zeitpunkt meiner Auswechslung (88., Anm.) noch 1:0 geführt, hätte ich wahrscheinlich fertig gespielt. Nur so wollte der Trainer eben den Jungen eine Chance geben. Es war trotzdem schade, ich war dort ehrgeizig, als wenn ich immer gespielt hätte, und wollte die Partie gewinnen. Aber es ist körperlich überraschend gut gegangen und das als Rechtsverteidiger.

War das jetzt fix dein letztes Spiel?
In der Regionalliga wahrscheinlich schon. Aber wenn die zweite Kampfmannschaft kommt, möchte ich die Jungen schon unterstützen und dort aushelfen. Ich werde wie heuer wieder offiziell im RL-Kader stehen, aber ich glaube, dass diese Konstellation wie in Wallern mit vier Gesperrten und fünf Verletzten eine Ausnahme war. Deshalb denk ich in der dritten Liga war’s das letzte Spiel.

Wie sieht der Sommerfahrplan beim DSC aus?
Wir sind uns mit dem größten Teil der Mannschaft einig. Gerade die Spieler, die wir halten wollten, sind alle geblieben. Vom Stamm, also von denen die mehr oder weniger regelmäßig zu Einsätzen gekommen sind, sind mit Kübek, Wallner und Ito drei Spieler weg. Der Rest sind Kaderspieler gewesen, bei denen es zwar schade ist, dass sie weg sind, weil alles gepasst hat, aber dafür werden wir Ersatz finden und haben wir teilweise auch schon gefunden. Das Training nehmen wir mit 13. Juni wieder auf, das ist einen Monat vor der ersten Cuprunde.

Wie ist der derzeitige Stand bei der zweiten Kampfmannschaft?
Die Nennung ist beim Verband abgegeben worden, bis 16. Juni wäre noch die Möglichkeit, das rückgängig zu machen. Wir wollen einfach den U17-Spielern, die jetzt leider dort rausfallen, eine Plattform bieten, wo sie sich präsentieren und weiter beim DSC spielen können. Das sind neun einheimische Spieler, die dem DSC gehören, die wir für die Regionalliga aufbauen wollen. Dass das nur mit einer jungen Mannschaft nicht geht, ist uns auch bewusst. Deswegen helfe ich dort aus und wir sind an drei, vier arrivierten Spielern mit DSC-Vergangenheit dran. Wenn wir das haben, können wir die Jungen, die schon ein hohes Level haben, sicher in einigen Jahren dazu bringen, dass sie für den DSC in der Regionalliga auflaufen.

Wovon hängt die Gründung einer KMII noch ab?
Der Kader muss groß genug für eine Meisterschaft sein. Momentan sind es eben diese neun plus vier Spieler von der U15, die schon soweit sind und dabei wären. Mit vier arrivierten Kickern wären das 17, für eine Zweier meiner Meinung nach aber auch zu wenig. Da musst du auch fast mit 20 Leuten planen, da sind wir eben noch in Verhandlungen, vom Einser-Kader kommen da sicher auch immer wieder welche runter. Aber es schaut ganz gut aus, dass die Zweier im August an den Start geht.

Hast du für den ÖFB-Cup einen Wunschgegner?
Entweder wieder einen Topverein aus Österreich, also Rapid, RB, Sturm oder Austria, daheim, oder sonst einen machbaren Gegner, egal ob auswärts oder daheim.

Was heißt machbarer Gegner für den DSC?
Das wäre für mich jede Regionalliga- oder Landesligamannschaft. Wie gesagt, so ein Toplos wäre wieder ein Traum und sonst wäre es schon, wenn wir die erste Runde überstehen könnten. Gegen Dritt- oder Viertligisten haben wir durchaus Chancen.

Wo liegen die Ziele für die nächste Saison?
Die Zielsetzung ist gleich wie heuer: Wir wollen die Liga halten und wieder in den ÖFB-Cup kommen, das ist ganz klar so definiert. Wie wir das schaffen ist eigentlich relativ egal, das kann so sein wie heuer. Aber den Steirercup werden wir sicher eine Spur ernster nehmen als in den letzten Jahren. Weil wir doch gesehen haben, dass die Möglichkeit über diesen Weg auch gegeben ist. Wir haben aber keine gute Auslosung, wenn wir die dritte Runde überstehen gibt’s wahrscheinlich Kalsdorf auswärts. Wobei das für uns vielleicht gar nicht so schlecht ist, weil Kalsdorf liegt uns anscheinend wie wir heuer gesehen haben.
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