12.03.2016, 18:38 Uhr

„Jagd ist gelebte Volkskultur“

Eibiswald: Trophäenschau Bezirksjägertag 2016 |

Pflichttrophäenschau als Start zum Bezirksjägertag

Den Startschuss zum diesjährigen Bezirksjägertag, zu dem Bezirksjägermeister OSR Hannes Krinner die Jägerschaft des Jagdbezirkes Deutschlandsberg in den Grenzlandsaal Eibiswald lud, bildete in alter Tradition die Pflichttrophäenschau , die vom Freitag, 11. März bis Sonntag, 13. März den Weidmänner/frauen sowie zahlreichen Besuchern offeriert wurde. Sie zeigte einen Querschnitt der Arbeit der Jäger und auch den getätigten Pflichtabschuss der Trophäentrager - von Hirschen, Gamsen bis zu Rehen/Rehböcken usw. mit Altersschätzung.
Die entsprechenden prächtigen Trophäen- darunter so mancher „brave Bock“ - der 16 Hegeringe konnten im übervollen Saal bewundert werden.
Die feierliche Eröffnung wurde von den Jagdhornbläsern Schwanberg unter Hornmeister Heinz Koch eingeleitet, ehe die 3. C Klasse der Musik-NMS Eibiswald unter Walter Strametz und Martin Gollob mit „Wenn`s a scha aper wird“ und „Der Berg und drei Tol und drei Buam auf amol“ gleich für beste Stimmung sorgten.
Bezirksjägermeister Krinner hatte in der Folge eine Reihe von Ehrengästen zu begrüßen. Allen voran Bgm Ing. Andreas Kremser, MG Eibiswald, KO a. D. ÖkRat und Jungjägeranwärter Karlheinz Knaß, den Hauptreferenten des Abends, den weit über die Grenzen anerkannten Waldbiologen Dr. Hubert Zeiler, Slowenische und Kärntner Jagdfreunde, die Juristen Dr. Haßlinger, Dr. Schwarz und Dr. Aldrian, die Zweigstellenobleute OSR Georg Rainer, Alois Albrecher und Michael Primus, seinen Ausschuss mit Stv. Hegemeister OFö Hubert Niedereder, die zwei Jagdkurse unter Leitung der „Lehrprinzen“ Wolfgang Lipp und Wolfgang Gollob und vor allem aber die Weidmänner/frauen.
Bgm Andreas Kremser führte gleich zu Beginn den Wert der Jagd an, der eine wichtige Rolle in der – nach der Gemeindezusammenlegung- flächenmäßig zweitgrößten Gemeinde des Bezirkes- habe. Er pochte aber auch auf die Einhaltung der Regeln- beginnend vom weidgerechten Schutz bis zur Jagdvergabe, die stets eine sehr sensible Angelegenheit sei. Wesentlich und notwendig ist für ihn aber auch eine gewisse Toleranz zwischen den Jägern und Grundbesitzern aufzubauen bzw. zu erhalten.
Nach einem „Intermezzo“ der NMS SängerInnen „Voices of joy“, in dem es u. a. klang : „Jaga und Handy, dos pass holt net guat, es läut das Handy – und der Bock, der is furt“, konnte Dr. Zeiler das Bild des Jägers in Form eines Rückblickes in der Geschichte skizzieren, wobei es um 1600 n.Chr. schon für den „Jäger“ hieß: „Lust und Freude an Erbeutung des Wildbrets“. Das Bild des Jägers stufte er in Kategorien (auszugsweise) ab:
a) Jäger die Unkosten einsetzen, um dabeizusein
b) Jäger, die sich Natur, Wald, Pflege und Wild widmen
c) Die Berufsjäger
Er versuchte das komplexe Thema Jagd in Kontext mit der Natur – „Natura“ auch im Vergleich zur griechischen Mythologie – von der Antike bis ins Mittelalter- wo die Natur „entheiligt“ wurde und erster Umweltprobleme auftraten- bis zur Neuzeit , wo moderne Naturwissenschaft zur industriellen Revolution führten, zu bringen.
„Zur Wirtschaft im ethischen, normativen Anspruch steht heute auch der Jäger“, denn durch die veränderten Lebensbedingungen schafft sich der Mensch Produktives in die Eingriffe in die Natur. Einfach gesagt: Der Mensch nimmt eine geänderte Umwelt für sich in Kauf, um gut leben zu können.
Einem breiten Aspekt – und er regte damit zum Nachdenken an- widmete er der abwechslungsreichen Kulturlandschaft rund um Eibiswald, wo z. B. der Ackerbau – aufgrund der Modernisierung in höhere Höhen vorstößt und z. B. auch immer mehr Forststraßen geschaffen werden- ein Rückzug der Wildtiere sei damit verbunden. Dazu „Wir gestalten den Lebensraum für Wildtiere“ und „Wildtiere sind ein Naturanteil in jeder Kulturlandschaft“- sein Aufruf.
Das generelle Anliegen von ihm liegt auf der Hand: „Erhalten , Schutz und angemessene Verbesserung der biologischen Vielfalt im Waldökosystem“. Denn: „Der Weg zur Natur beginnt jetzt…“
Nach diesem eindrucksvollen Referat von Dr. Zeiler , spielte „fast ebenso beeindruckend“ die Musikgruppe „MUSI+3“ auf und nicht nur „Jägerlatein“ sondern ernsthafte Diskussionen folgten in kleineren Kreisen.
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