15.06.2016, 16:18 Uhr

Steirisches Bündnis aus Wirtschaft und Tourismus erobert den Schweizer Markt

Betriebsbesichtigung bei Stadler Rail in Zürich: mit dabei Unternehmensvertreter, ACstyria Gesellschafter & Delegationsleiter Manfred Kainz (6. v.l) und Stadler Rail Einkaufschef René Frischknecht (2.v.l.) sowie Generalsekretärin und Leiterin Kommunikation & PR Marina Winder (links außen), Claus Tüchler (5.v.l.) sowie Helmut Zaponig (5.v.r.) vom Internationalisierungscenter Steiermark, NAbg. Amon (2.v.r.) (Foto: Thomas Leitner)

Weststeirische Delegation aus Wirtschaft und Tourismus macht den Schweizern unser Land schmackhaft.

Erstmals agierte der Tourismussektor in Form des Regionalverbandes Süd-West-Steiermark als Triebfeder für eine neuartige Wirtschaftsoffensive des ICS: Wirtschaftstourismus nennt sich das jüngst kreierte „Schmankerl“, welches in Form ausgewählter Vertreter aus Wirtschaft, Politik, Forschung & Tourismus von 9. bis 11. Juni in Zürich Gusto auf heimische Qualität machte.


450 Jahre Spanische Hofreitschule“ in Zürich

Dass die Steiermark ein außergewöhnlicher Nährboden für internationalen Erfolg ist, stellten die aus dem weststeirischen Piber stammenden Lipizzanerpferde am vergangenen Wochenende bei Jubiläumsaufführungen zu „450 Jahre Spanische Hofreitschule“ in Zürich unter Beweis. Doch das wissen die qualitätsbewussten Schweizer schon längst - führen doch die Schienen des steirischen Erfolgs im wahrsten Sinne des Wortes durchs ganze Land: „Am 1. Juni ging der Gotthard-Tunnel als längster Eisenbahntunnel der Welt in Betrieb. 57 km Schienen der Firma Voest Alpine queren die zentralen Schweizer Alpen in Nord-Süd-Ausrichtung. 43 Spezialschienen wurden dafür in Donawitz angefertigt, die einer Geschwindigkeit von 250 km/h standhalten müssen.“ verkündete der Stv. Außenhandelsdelegierte MMag. Philipp Winkler stolz.

Etliche Anknüpfungspunkte

Dieser Erfolg ist kein Grund sich auf den Lorbeeren auszuruhen sind sich die steirischen Wirtschaftsgrößen einig. Zur Stärkung ihrer Vormachtstellung nützten sie in den vergangenen Tagen die Gelegenheit, um steirische Erzeugnisse nachhaltig bei potenziellen Partnern und Kunden zu verankern. Innovative Unternehmer aus den Bereichen Mobilität, Humantechnologie, Holzbauarchitektur und Tourismus nahmen dabei auch das Erfolgsrezept schweizerischer Innovationsführer unter die Lupe. Betriebsbesuche bei IBM, Stadler Rail, AMAC Aerospace, ETH Zürich usw. standen am Programm und sorgten für interessante Erkenntnisse:


Imposante Zahlen

An der ETH Zürich zeigte man sich nicht nur über Projektpräsentationen innovativer Ideen erstaunt - auch das zur Verfügung stehende Budgetausmaß imponierte. Holzcluster-Vorsitzender ÖR DI Heinz Gach stellt fest: „Das Zusammenwirken von Politik, Wissenschaft und Wirtschaft verläuft hier äußerst vorbildlich. Es wird sehr viel in die Wissenschaft investiert. Dadurch ist die Wirtschaft auf hohem Niveau wettbewerbsfähig. Zudem verläuft die Einführung von Start ups erfrischend bürokratiearm mit klaren inhaltlichen und zeitlichen Vorgaben.“ Dipl. Ing. Dr. iur Johann Harer, Leiter des Clusters Humantechnologie, zeigt sich über den Campus Balgrist beeindruckt und erkennt in der Organisation von Science Parks große Chancen: „Ein open-space-Raumkonzept ermöglicht kreativen Austausch auf allen Ebenen. Nicht die Gliederung in Unternehmenseinheiten, sondern die Gruppierung von Büro-, Labor-, Werkstätten- und klinischen Erprobungsbereichen steht hier im Vordergrund. Die barrierefreie Kommunikation begünstigt die gegenseitige Befruchtung der Arbeitsgruppen.“ Entscheidend erscheint für ihn auch, anstatt einer bunten Mischung von Start ups ausschließlich fachverwandte Partner anzusiedeln und damit ein Wissensagglomerat zu schaffen. Den Menschen als Erfolgsfaktor bestätigt auch der Automotive Bereich: „Ein modernes Motivations- und Führungssystem mit flachen Hierarchien ermöglicht flexible Reaktionen auf die Auftragslage. Zudem begünstigt die hohe Identifikation der Mitarbeiter mit dem Unternehmen rasantes Wachstum“, zeigt sich Manfred Kainz (Begründer AC Styria) von Stadler Rail beeindruckt.


Beziehungen von Dauer

Ziel der Reise war die Etablierung nachhaltiger Wirtschaftsbeziehungen und die Repräsentation der Kultur- & Genussregion Steiermark. Thomas Brandner, GF des Regionalverbandes Süd-West-Steiermark freut sich, dass der Tourismus als Brückenbauer zunehmend an Achtung gewinnt: „Die Reise hat gezeigt, dass Wirtschaftsbeziehungen vom touristischen Angebot begünstigt werden. Im Gegenzug profitiert der Tourismus von einer erfolgreichen Wirtschaft mit internationaler Gästefrequenz.“ „Unser Konzept, die Vernetzung von Wirtschaft und Tourismus zu forcieren, hat sich als erfolgreich erwiesen und wird allenfalls weiterverfolgt.“ zieht Delegationsleiter und Obmann des Außenhandels der WKO Steiermark Manfred Kainz Bilanz und ergänzt: „Die Top-Manager der Konzerne haben sich für unsere Delegationsabordnung Zeit genommen. Noch nie gab es ein so klares Bekenntnis zum Bezug von Fabrikaten bei österreichischen Unternehmen.“ Im Bereich Humantechnologie, wo sich eine digitale Zukunft im Sinne von Med 4.0 abzeichnet, steht eine steirische Firma bereits kurz vor Vertragsunterzeichnung. Im Holz-Segment sind die schweizerischen Kleinbetriebe in punkto Struktur und Prozessmanagement an regem Wissens- und Erfahrungsaustausch mit den Steirern interessiert.

Die Schweizer kommen

Ob die westlichen Österreich-Nachbarn von der steirischen Wirtschaftskompetenz beeindruckt sind, oder ob Sie dem steirischen Wein und den herzhaften Schmankerln erlegen sind, das lässt sich nicht so genau sagen. Jedenfalls werden Sie kommen, die Schweizer!


Wirtschaftliche Eckdaten:

Außenhandel Österreich – Schweiz: 20,3 Mrd. Euro (2015)
2. wichtigster Exportpartner nach D
3. wichtigster Handelspartner Österreichs in Europa nach D und I
Weltweit 4. größter Abnehmer österr. Waren nach D, I und den USA
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