26.09.2016, 13:49 Uhr

Ruf nach neuem Autobus durch die Westbezirke

Mehr Öffis: Geht es nach Ilse Pfeffer oder Silvia Nossek, bekommt der 10A schon bald einen "Konkurrenten" (Foto: Wiener Linien/Johannes Zinner)

Bezirksübergreifend will man an einer möglichen Verbindung von Döbling über Währing nach Hernals arbeiten.

DÖBLING/WÄHRING/HERNALS. Ein zusätzlicher Bus soll es sein. Um die Nutzung von öffentlichen Verkehrsmitteln attraktiver zu gestalten, fordert Währings Bezirksvorsteherin Silvia Nossek eine Querverbindung vom 19. in den 17. Bezirk. Aus den Nachbarbezirken Döbling und Hernals erhält sie dafür Zuspruch. Auch die Wiener Linien zeigen sich durchaus gesprächsbereit und wurden bereits über das Vorhaben informiert. Sie prüfen derzeit das weitere Vorgehen.

Anstatt nur zu fordern, Menschen sollten nicht auf das eigene Auto, sondern mehr auf öffentliche Verkehrsmittel setzen, müsse man auch ein entsprechendes Angebot machen, erklärt Währings Bezirksvorsteherin Silvia Nossek. Ein Bus, etwa von der Gatterburggasse bis zum Elterleinplatz, wäre ein zusätzlicher Anreiz, das eigene Auto auch einmal in der Garage zu lassen, so Nossek. Wie die Route im Detail verlaufen soll, müsse man noch planen. Künftig will sie regelmäßig mit Vertretern der Nachbarbezirke und den Wiener Linien zusammentreffen, um die Durchführbarkeit zu überprüfen. Im Zuge der neuen U-Bahn-Linie 5 seien ohnehin Änderungen am öffentlichen Verkehrsnetz nötig. Im Idealfall rechnet Nossek bis zum Jahresende mit konkreteren Plänen.

Für eine Attraktivierung des Viertels werde man um einen Ausbau des öffentlichen Verkehrs nicht herumkommen, meint auch die Hernalser Bezirksvorsteherin Ilse Pfeffer. Sie begrüßt Nosseks Idee eines Busses durch die Westbezirke, denkt dabei sogar an eine Querverbindung vom 19. in den 15. Bezirk.

Wiener Linien prüfen Bedarf

Mögliche Hürden sieht sie in der Umsetzung. In der Gegend gebe es eine Vielzahl enger Gassen und Möglichkeiten zum Parken seien ohnehin schon rar gesät. Die Realisierung des Projektes könne also nur mit Änderungen vonstattengehen. Diese seien aber im Zuge des U5-Baus in der Gegend ohnehin nötig, so Pfeffer. Feststehe, so Pfeffer, dass man auch in Zukunft über die Bezirksgrenzen hinweg zusammenarbeiten wolle – mit dem Ziel die "Aufenthaltsqualität" zu erhöhen.

Auch etwas weiter nördlich, im 19. Bezirk, habe man "prinzipiell nichts dagegen", informiert ÖVP-Bezirksvize Daniel Resch. Der Leiter der Verkehrskommission ist nach eigenen Angaben absolut offen für Gespräche über ein solches Vorhaben. Äußerst wichtig sei ihm allerdings, dass dabei keine Parkplätze verloren gehen, wie Resch wiederholt betont. Könnte man sich diesbezüglich jedoch mit den einzelnen Bezirken und den Wiener Linien auf ein geeignetes Gesamtkonzept einigen, halte er ein solches Vorhaben für begrüßenswert.

Bei den Wiener Linien ist man einer zusätzlichen Querverbindung zwar nicht abgeneigt, zeigt sich bisweilen aber weniger euphorisch als die Bezirksvorsteher. Es habe bereits Gespräche mit einzelnen Vertretern gegeben, so Daniel Amann, Pressesprecher der Wiener Linien. Auch unter Einbeziehung der neuen U-Bahn-Linie 5, welche in einigen Jahren durch die Westbezirke verlaufen soll, müsse man genau abklären, ob an entsprechender Stelle wirklich ein zusätzlicher Bedarf an öffentlichen Verkehrsmitteln besteht.

Eine diesbezügliche Machbarkeitsstudie und eine nötige Verkehrsstromanalyse fallen allerdings in den Aufgabenbereich der MA 18 für Stadtentwicklung und Stadtplanung.
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