08.03.2016, 16:39 Uhr

Zum Internationalen Frauentag: Ein Porträt der wundersamen Caterina von Siena

Das Mädchen Caterina stammte aus einer überaus kinderreichen Familie eines Tuchfärbers und Händlers in Siena des 14. Jahrhundets. Bereits ein Jahr nach ihrer Geburt 1347 brach die Pest aus, der die halbe Stadt zum Opfer fiel.

Ihr wurden sonderbare Gaben nachgesagt. Nach eigenen Angaben trug sie die Wundmale von Christus, die jedoch sonst niemand sehen konnte. Sehr wohl sollen etliche Zeitzeugen gesehen haben, wie sie ab und an leicht wie eine Feder einige Zentimeter über dem Boden schwebte. Caterina wurde von Visionen und einflüsternden Stimmen heimgesucht. Um der geringsten Sünde zu widerstehen, beschloss sie eines Tages ihre Ernährung auf geweihte Hostien und Traubensaft zu reduzieren und strafte sich selbst durch die Geißel. Allein der Anblick ihres Gesichts, erst recht ihre Berührung, soll so manchen Sünder bekehrt haben.

Bis ins Erwachsenenalter aufgrund fehlender Schulbildung Analphabetin, erlangte Caterina auf wundersame Weise quasi über Nacht die Fähigkeit des Lesens und diktierte unermüdlich Briefe an die Herrscher der Welt. Frieden war ihr sehnlichster Wunsch. Sie ging in Häuser, Gefängnisse und Ratsversammlungen und war eine angesehene Gesprächspartnerin.
Sogar Papst Gregor XI. erwartete von Caterina geistlichen Rat und Einsicht in die Pläne Gottes. Sie besuchte ihn in Avignon und bewirkte, dass er aus seinem französischen Exil in die Ewige Stadt Rom zurückkehrte. Nach einem kurzen, aufregenden Leben starb Caterina, wie Jesus Christus, im Alter von 33 Jahren. 1461 wurde sie von Papst Pius II. heilig gesprochen.

2009 besuchte ich ihr Geburtshaus in Siena. Siehe Abbildung.
Ihre außergewöhnliche Geschichte diente der Inspiration meines Romanes "Mit der Kraft von Purpur. Durch das Land der rosa Flamingos."

Christine Neumeyer
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