20.09.2016, 08:38 Uhr

Bezirksvertretung gegen Parkpickerl in Kaisermühlen

Die Bewohner Caroline Matzner, Maximilian Weinzierl und Brigitte Schreckenthaler (v.li.) wollen ein Parkpickerl für Kaisermühlen.

In Kaisermühlen gehen den Anrainern die Parkplätze aus. Der Bezirk lehnt das Parkpickerl ab.

DONAUSTADT. Gerade im Sommer zieht Kaisermühlen mit dem Gänsehäufel und der Alten Donau zahlreiche Badegäste aus ganz Wien an, die den Bezirksteil zuparken. Mittlerweile bestehe aber bereits das ganze Jahr über das Problem, so Anrainer Ludwig Friedlbinder. "Es war eine schleichende Steigerung über die letzten Jahre. Seit der Einführung des Parkpickerls im 2. Bezirk Ende der 1990er-Jahre ist es aber besonders schlimm geworden", so der Kaisermühlner.

Dem stimmt auch Brigitte Schreckenthaler zu, die seit über 30 Jahren hier wohnt: "Man traut sich kaum mehr wegzufahren aus Angst, nie wieder einen Parkplatz zu finden." Dabei nimmt die Parkplatznot in Kaisermühlen teilweise bereits seltsame Formen an: "Man hat mir für meinen Parkplatz – ich wollte nur kurz etwas aus dem Auto holen – sogar Geld angeboten", so Maximilian Weinzierl. Viele Kaisermühlner befürchten durch den geplanten Wegfall der Gratisparkplätze bei der U1-Station Kagran eine neuerliche Zuspitzung der Situation. Deshalb haben sich einige Bewohner nun zu einer Initiative zusammengefunden, die die Einführung des Parkpickerls für Kaisermühlen fordert. Dabei haben sie auch die Unterstützung der Grünen Donaustadt: "Mit der Einführung eines lokalen Parkpickerls werden sehr viele freie Parkplätze geschaffen", so Heidi Sequenz von den Grünen.


Streitpunkt Parkpickerl

Für SP-Bezirksvorsteher Ernst Nevrivy wäre ein Parkpickerl für Kaisermühlen allerdings keine Lösung: "Ich bin der Überzeugung, dass ein Parkpickerl für Anrainer den Effekt hätte, dass zahlreiche Mieter ihre Garagenplätze in den Wohnhäusern aufgeben würden. Grund dafür: Ein Anrainer-Parkpickerl ist um ein Vielfaches günstiger als teure Garagenplätze. Damit würden erst recht noch mehr Autos an die Oberfläche kommen."

Keine Mehrheit im Bezirk

Das Thema beherrschte auch die letztwöchige Sitzung des Bezirks-parlaments. Gleich drei Anträge, zwei von der FPÖ und einer von den Grünen, wurden eingebracht. Keiner fand eine Mehrheit. Die Bezirksvertretung habe sich mit dieser Thematik seit Jahren beschäftigt. So gab es laut Nevrivy bereits zahlreiche Resolutionen, die sich sowohl gegen eine flächendeckende Parkraumbewirtschaftung in der Donaustadt als auch dezidiert gegen ein Parkpickerl in Kaisermühlen aussprechen. "Diese Resolutionen wurden mit den Stimmen der SPÖ, ÖVP und der FPÖ angenommen", so der Bezirksvorsteher.
0
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.